Ganz ehrlich, das war nichts.
Als Familie, zwei Erwachsene und zwei Kinder, gab es ein Zimmer mit vier Einzelbetten im Dachgeschoss mit Südausrichtung. In diesem Sommer, für den der Hotelier natürlich nichts kann, schon eine Herausforderung für uns als Gäste. In der ersten Nacht haben wir es auch tapfer versucht, nachdem ich mich beim Zustand des Zimmers schon arg zurückhielt und mir immer wieder vorbetete, dass es nur ein 3*-Hotel ist.
Als ich am nächsten Morgen eine Dame an der Rezeption darauf ansprach, antwortete diese mir, sie würde nicht dort arbeiten und der Chef sei gerade weg. Da ich es mir abgewöhnt habe auf irgendwelche Chefs zu warten, habe ich ihr gesagt, sie solle dem Chef ausrichten, er möge sich das Zimmer im Laufe des Tages mal ansehen und den tropischen Charme auf sich wirken lassen. In diesem Moment wurde ihr Deutsch deutlich schlechter und so überraschte es auch nicht, dass die neue Dame am Abend von nichts wusste und auf meine Schilderungen (hätte ich die leere Schnapsflasche und die Becher unter einem der Betten erwähnt?) flapsig antwortete, warum ich erst am Abend des zweiten Tages zu ihr käme. Auch das habe ich erklären können/müssen/dürfen und so rief sie zumindest ihren Chef an um meine Bitte nach einem Ventilator zu äußern. Den gab es natürlich nicht. Dafür aber als Alternative zwei Doppelzimmer, eines mit Doppelbett, eines mit zwei Einzelbetten und beide mit Nordausrichtung... zur sechsspurigen Straße, in der sich in der Folgenacht alles traf, was Rang, Namen und acht Zylinder hatte. Wieder kein Schlaf und diesmal jeweils nur die Hälfte der Familie je Zimmer. So stellt man sich einen Städtetrip nicht mal vor, wenn man gerade nicht gut aufeinander zu sprechen ist.
Am nächsten Tag stand, wie geplant, die Abreise an. Wir hätten das Hotel sowieso verlassen. Den Chef hat es wenig interessiert: "schönen Tag noch". Ich bin es gewohnt gefragt zu werden, ob alles zu meiner Zufriedenheit war. War es nicht, er wusste es und es ist ihm ganz offensichtlich auch ziemlich egal. Und mir war es dann für 170€ für zwei Nächte mit Frühstück auch schon ziemlich egal. WENN... wenn denn das Frühstück laut Abrechnung nicht plötzlich doch zusätzlich zu bezahlen war. Geschickt gemacht: Rechnung per E-Mail, Abbuchung über die hinterlegten Kreditkartendaten. So erfuhr ich davon auch erst in der nächsten Stadt aus dem Onlinebanking. Das regle ich noch über die Buchungsplattform.
Positiv war, dass es einen kleinen Parkplatz gibt, der kostenfrei und videoüberwacht ist und das Hotel sehr zentral liegt. Auch das Frühstück ist von großer Auswahl mit gutem Kaffee.
Schade, dass sich der gute Eindruck aus dem Erdgeschoss schon im Treppenhaus erledigte. read more