Wir waren mit sechs Personen Ende Oktober im Bootshaus.
Es würde hier den Rahmen sprengen alle Pannen des Laienensembles zu beschreiben.
Die Aussage auf der hp des Resorts "Schloss Weissenhaus" mit dem Titel "Wir üben noch" war bei unserem Besuch im Bootshaus Hauptbestandteil. Wir fühlten uns tatsächlich wie Übungsgäste in einer Berufsfachschule für Fachkräfte in der Systemgastronomie. Abgesehen von lauwarmen Austern welche bereits etwas müffelten über trockenen Weisswein mit Zimmertemperatur, den Burgern welche innen nicht nur roh sondern auch eiskalt waren bis hin zu den völlig desorientierten, unqualifizierten Servicemitarbeiter/innen welche uns fast schon leidtaten, war immerhin die Wartezeit von fünfzig Minuten von der Bestellung bis zum servieren der Vorspeisen noch akzeptabel. Dabei war das Lokal nur zu knapp einem viertel besucht. Was wäre gewesen wenn der Laden auch nur halbvoll gewesen wäre? Wer noch übt kann halt nicht perfekt sein. Da wir möglichst schnell das Übungsresort wieder verlassen wollten, verzichteten wir auf jegliche Reklamation.Mein Vater (machte seine Kochlehre 1940) sagte immer:Aus einem Esel kann man kein Rennpferd machen. Da wir zusammen über 200 Jahre Berufserfahrung in der intern. Gastro und Hotellerie verfügen war unser Besuch für uns persönlich recht unterhaltsam und amüsant. Besonders die Ankündigung bzw. das Ziel des Betreibers, es in Zukunft unter die einhundert , ja sogar unter die dreißig weltweit exklusivsten "Resorts" zu etablieren fanden wir lustig. Na ja...immerhin war zu lesen, dass der Küchendirektor ( heutiger Begriff: Executive Chef ) von Schloss Weissenhaus schoneinmal in Heiligendamm für Kriegstreiber George Bush II gekocht hat. Was ne einmalige Referenz. Hut ab zum Gebet. Nun ja...ich muß an dieser Stelle zugeben, dass ich auch mal für Bush gekocht habe. Leider nur für den
Senior George Bush den I. ,1983 im Seidenweberhaus in Krefeld. Allerdings erwähne ich dies nicht gern und zum ersten mal. Denn weder der Vater noch der Sohn ist als Feinschmecker bekannt. Jedenfalls schüttete der Senior damals eine halbe Flasche "Heinz Barbecue sauce" über sein filet wellington. Den Blätterteig ließ er dafür auf dem Teller zurück. Nun gut..wie auch immer. Am nächsten Tag sind wir dann zu "Rolands Fisch-Strandbude" im Nachbardorf Seelendorf gegangen und waren begeistert über Rolands Fischsuppe für 4,50 EU. Ich möchte nicht unfair sein mit diesem Eintrag. Aber die ganze Sache ist nun mal weit entfernt von Profesionalität. In der gehobenen Gastro kann ich meine Gäste nicht fast eine Stunde auf die Vorspeise warten lassen. Das geht gar nicht. Es ist halt immer dasselbe wenn Quereinsteiger solch ein Projekt realisieren wollen. Die Leute denken: " Ich investiere, stelle Fachpersonal ein und dann läuft die Sache von alleine rund.Ein Hoga Projekt in dem gehobenen Bereich ist jedoch nicht mit der Gründung eines Stahlwerks oder eines Modelabels vergleichbar. Wobei Küche noch das geringste Problem darstellt. Guten Service zu bieten ist die Herausforderung. Und gute Servicekräfte sind rar (besonders in der Provinz Ostholstein). Was sollen die Mitarbeiter in dieser Region anstellen ausser zu arbeiten? Wer glaubt ,Top Leute welche sich in den knapp vier Saison Monaten im ansonsten trüben OH die völlig unterbezahlten Jobs, womöglich noch im Teidienst aussuchen wird ein böses Erwachen erleben. Zu meiner Zeit haben wir vierzehn Stunden und mehr in der Saison geschuftet. Aber die Stellen haben wir uns genau ausgesucht. Schon damals wollte niemand in Norddeutschland arbeiten. In der Schweiz, Monaco,Frankreich ect. verdienten wir fast viermal soviel. Die NGG Tarife in DE sind das Papier nicht wert auf dem diese gedruckt sind. Die Preise macht letztlich der Markt. Natürlich will jeder Investor möglichst früh schon mal etwas Geld verdienen. Ob dies in S.Weissenhaus die richtige Entscheidung war möchte ich bezweifeln. Zuerst eine Speisenkarte welche üppig war,dann plötzlich eher ärmlich betr. der Anzahl der Gerichte.....Na klar..die übliche Sache..Anfängerfehler Nr.1 : Hochwertige Ware ist nun mal teuer. Da muß die Bude jeden Tag voll sein....sonst schreibt man kräftig rot. Fatal wird es wenn dann auch noch an hochqualifiziertem Personal-bes. i. Service-gespart wird.Dann beisst sich die Maus in den Schwanz. Dann erscheinen Maßnahmen wie Gänse Taxis und Rabatierungen bei Zimmerpreisen sowie der Autritt von unbekannten Jung Musikern (Hochkultur) einfach nur noch lächerlich.Und der ostholsteinische Rieselregen bei kühlen Temperaturen erledigt dann noch den Rest. Das pre-opening war keine gute Idee. Und Ostholstein ist nun mal kein Ort wo in den langen Wintermonaten die Skilifte gut gebucht sind.Klar..von Mai bis August ist immer,überall was los in der Region.Nur,was mag die Schönen und Reichen in den übrigen Monaten an den eher schmalen, steinigen Ostseestrand locken? Fazit:"Bootshaus WH":Übersetzung nach Langenscheidt:Bahnhofsrestaurant dritter Klasse. read more