Nachdem mein alter Frauenarzt in Rente gegangen ist, wurde ich Frau Dr. Daisa sozusagen als Patientin vererbt und war dann drei oder viermal in der Praxis mit neuer Führung.
Die Atmosphäre ist hier sehr locker, herzlich und feminin. Dr. Daisa hat eine quirlige, fröhliche und extrovertierte Art. Ärztin und Sprechstundenhilfe scheinen dicke Kumpels zu sein und bekannte Patienten werden überschwenglich begrüßt.
Wer sich keinem Mann anvertrauen möchte und sich eine herzliche anstatt distanzierter Atmosphäre wünscht, mag dies als Pluspunkt verbuchen.
Ich persönlich schätze allerdings ein etwas seriöseres Auftreten bei Ärzten und was sehr viel schwerer wiegt: fachlich konnte mich die Praxis nicht überzeugen.
Dr. Daisa hat mich beispielsweise trotz auffälliger Familienanamnese nie auf die Möglichkeit eines Gentests bei familiärem Brustkrebs hingewiesen. Als ich sie explizit darauf angesprochen habe, was sie davon hält meinte sie nur Hach nein, warum sich Sorgen machen, wir armen Frauen müssen uns doch sowieso so oft Sorgen machen. Ich weiß nicht ob sie hier nur eine Wissenslücke überspielen wollte oder aber wirklich nichts davon hält aber ich habe mich durch diese Antwort nicht ausreichend beraten gefühlt. Mein neuer Arzt hat mir das Für und Wider sehr viel differenzierter dargelegt und die Entscheidung am Ende mir überlassen.
Ebenso bei Problemen mit hartnäckigem Scheidenpilz, der bei der ersten Therapie nicht wegzukriegen war bzw. danach Probleme mit trockener Scheide: Mir wurden entweder Cremes angeraten (Vagiflor / Vagihex/ Vagisan ist eh ihre Antwort auf das meiste) oder aber nahe gelegt, dass da ja nix wäre und dann wurde herzlich gelacht und auf die Schulter geklopft und das wars dann. Das war für mich auch ein Grund, das erstmal ein Jahr darauf beruhen zu lassen und mir zu denken, dass ich mir alles nur einbilde bzw. das das schon irgendwann von alleine besser wird.
Mein neuer Arzt hat mich darauf hingewiesen, dass das auch alles an einer niedrig dosierten Pille und einem dadurch zu niedrigen Östrogenspiegel liegen könnte, und es eine Möglichkeit wäre, mal eine andere Pille auszuprobieren. Ich weiß nicht ob es damit klappen wird aber er ist über die reine Symptomatik hinaus einen Schritt tiefer in die Ursachenforschung gegangen was ich bei Dr. Daisa vermisst habe. Und ich fühle mich ernst genommen und komme mir nicht mehr vor wie ein Depp.
In Summe bin ich froh, dass ich gewechselt habe und würde die Praxis von Frau Dr. Daisa auch nicht weiter empfehlen. read more