Diese Bewertung fällt mir nicht leicht, aber die betreffende - irrtümlicherweise als "harmlos" geltende - Behandlung hat mein Leben in vorher und nachher geteilt und ich fühle mich verpflichtet, andere zu warnen.
Im Januar 2022 hatte ich eine Oberlidstraffung bei Dr. Suhr. Eigentlich wollte ich diese Operation gar nicht, aber Dr. Suhr hielt es für sinnvoll und ich war wie hypnotisiert, weil ich ihm nach einer wirklich sehr erfolgreichen Kinnplastik vertraute. Er beteuerte mir, dass es für ihn Routine sei und ich keine nennenswerte Veränderung zu befürchten habe, sondern lediglich "erholter" aussehen werde. Eine kurze Recherche ergab, dass es sich in der Tat um einen kleinen Eingriff handelt, mit dem man wenig falsch machen kann...
Das Ergebnis der Operation ist in jeder Hinsicht katastrophal.
Die Schnitte wurden zu weit über der Lidfalte platziert und zu grob genäht. Die ersten 7-8 Monate sah ich aus wie ein Opfer häuslicher Gewalt, und wurde ständig auf meine Narben angesprochen.
Dr. Suhr hat mir die gesamten Oberlider abgehackt, ca. 13-15 mm. Meine Augen ließen sich nicht mehr schließen - die Folgen waren (und sind) permanente Trockenheit, Brennen, Kopfschmerzen und Tinnitus. Im Februar 2023 fand in einer spezialisierten Lidklinik eine rekonstruktive OP statt, bei der mir Haut vom Oberarm entnommen und in die Lider verpflanzt wurde. Allerdings konnte der Lidschluss nur teilweise wiederhergestellt werden, so dass weitere Hauttransplantationen notwendig sein werden.
Das Fett, was niemanden gestört hat, wurde esslöffelweise herausgeholt, wodurch meine Augen kleiner und runder geworden und tiefer in die Augenhöhlen eingefallen sind. Im Körper hat alles seinen Sinn - offensichtlich auch diese Fettpölsterchen unter den Augäpfeln! Leider hatte Dr. Suhr mich weder gewarnt, dass er sowas Barbarisches vorhat, noch, dass dies zu solchen Folgen führen kann, noch, dass Orbitalfett sich nicht neu bildet, sondern im Zuge des Alterungsprozesses sowieso von alleine schwindet, was die obigen Tendenzen weiterhin verstärken wird. Um wenigstens den Volumenverlust zu kompensieren, muss nun alle 2-3 Jahre Hyaluron unterspritzt werden.
Durch die komplette Amputation des unbeweglichen Oberlids hat mein Gesicht sein identitätsstiftendes Merkmal verloren, genauso wie bei Renée Zellweger. Statt Komplimenten zu meinem erholten Aussehen ist die irritierte Frage, ob das wirklich ich bin, mein neuer treuer Begleiter. Ich reise regelmäßig ins Ausland und jeder Grenzübertritt traumatisiert mich immer wieder aufs Neue, weil mich selbst Grenzbeamte nicht erkennen.
Nach der Operation nahm sich Dr. Suhr zwar stets Zeit für Gespräche, diese brachten jedoch nicht viel, weil er den Ernst der Lage nicht einsah und trotz meiner persistierenden Schmerzen sogar von einem guten Ergebnis sprach. Für den fehlenden Lidschluss machte er meinen Körper ("überspannte Muskel") verantwortlich und bat mir Botox an - obwohl offensichtlich war, dass die Lider viel zu kurz sind. Mir wurde - selbst nach einem halben Jahr - Ungeduld und Undankbakeit vorgeworfen. Ich frage mich, ob ich jetzt immer noch dasitzen und geduldig warten würde, dass die Haut wie der Schwanz einer Eidechse nachwächst, wenn ich mir nicht Zweitmeinungen eingeholt hätte.
Dr. Suhr ist zwar ein guter Kieferchirurg, aber meine Augen hat er derart ruiniert, dass sämtliche im Nachgang aufgesuchte Experten den Tränen nahe waren. Keiner hätte mich in meinem Alter (33) überhaupt operiert! Ich kann nur eindringlich davor warnen, der Werbung für Lid-OPs sowie den "Göttern in Weiß" blind zu vertrauen. Meine Erfahrung war zutiefst enttäuschend und traumatisch. read more