Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht jemanden auf der Straße trifft, der ein Shirt oder ein Kapuzenpulli mit der Aufschrift Hollister trägt. Ich wollte der Sache mal auf den Grund gehen und habe mich zu diesem Zweck in den wohl angesagtesten Laden in Hamburg begeben den Hollister Store in der Europa Passage am Ballindamm 40.
Ok, wer blind oder taub oder am besten beides ist, der wird sich in diesem Geschäft mit Sicherheit wohlfühlen. Die Musik war ohrenbetäubend laut und das Licht alles andere als hell. Ich hab mich im Dunkeln zu hämmernden Rhythmen durch den Laden getastet oder besser gezwängt, denn voll war es zudem wie auf einem Einwandererschiff. Da eine normale Unterhaltung nicht infrage kommt, müssen sich die Leute anschreien und das verstärkt das Gefühl noch, gleich einen Tinnitus zu bekommen. Die Verkäufer sehen in ihren Bermudashorts und den Flip-Flops ein wenig fragwürdig aus und auch die Trillerpfeife, die sie um den Hals auf der nackten Brust tragen, erinnert mehr an Baywatch als an ein Klamottengeschäft. Aber das Verkaufspersonal scheint eh nur Staffage zu sein, denn erstens sahen die Herren nicht danach aus, als ob sie fehlerfrei bis drei zählen können und zweitens kann bei diesem Höllenlärm auch gar kein Verkaufsgespräch zustande kommen. Ich für meinen Teil war froh als ich wieder draußen war, und hätte den Wartenden in der Schlange vor dem Store gerne zugerufen: Verzichtet auf die Aufschrift Hollister, wenn euch euer Gehör und auch eure Augen wichtig sind.
Das Ganze nennt sich übrigens Event Shoppen. Ich kauf lieber normal ein. read more