Ich mußte neulich ein Fahrradschloß im Vorbeifahren kaufen, weil ich mit dem Fahrrad unterwegs war und kein Schloß dabei hatte.
Aus den 90ern ist mir die Fahrradstation in der Auguststraße bekannt. Also dachte ich, ich unterstütze mal den Fahrradfachhandel und kaufe mir jetzt hier ein Schloß.
Der Laden: voll mit Leuten. Das Personal: merkwürdig apathisch - also völlig passiv und uninteressiert, reagiert kaum auf Fragen, sagt weder Hallo, noch Tschüß, noch Danke Ich: völlig geschafft vom Berliner Autoverkehr. Die Folge: ich kaufte ein Schloß, welches ich schon bei der Bezahlung für merkwürdig überteuert hielt aber ich brauchte gerade eins dachte mir, daß das eben die typischen hohen Preise des Fachhandels seien
Zu Hause stellte ich fest, daß auf dem Label des Abus Skipper 6600 Fahrradschlosses ein anderes ausgepreist wurde, nämlich ein Abus Racer 120, zum Preis von 27,99 Euro.
Ein kurzer Blick ins Netz und ich sah, daß das ausgepreiste ein höherwertiges ist (im Sinne der Sicherheitsstufe, die von Abus selber auf der Verpackung/dem Label angegeben wird).
Als ich es endlich schaffte, mal wieder im Laden in der Auguststraße vorbeizufahren, traf ich erneut auf dieses völlig desinteressierte Personal. Zunächst wurde so getan, als ob man überhaupt nicht verstünde, wo das Problem läge. Dann wurde der Abus Katalog gewälzt, das Schloß aber angeblich nicht gefunden (das dauerte so um die 20 Minuten). Schließlich gab das Personal zu erkennen, daß es begriff, worum es ging da dachte ich schon fast, ich spräche vielleicht Chinesisch, ohne es zu merken -, verneinte aber die Möglichkeit einer schnellen Regelung also einer Auszahlung des offensichtlich zu viel gezahlten Differenzbetrages.
Schließlich wollte der Kollege eine Kopie des Kassenzettels machen und er fertigte noch ein Foto des Labels mit dem falschen Preisschild mittels seines eigenen Taschentelefons an nachdem ich zu bedenken gab, daß eine Kopie des Kassenzettels allein völlig irrelevant war.
Unter Verweis auf seine Angst vor einer Abmahnung, die ihm wegen einer Auszahlung drohen würde (was herrscht denn da für eine Arbeitsatmosphäre?), versprach er mir einen Rückruf durch die Geschäftsleitung am nächsten Tag und eine zügige Regelung des Problems.
Eine Woche lang wartete ich auf einen Rückruf, dann wandte ich mich schriftlich an die Fahrradstation.
Zunächst bekam ich die Antwort, ich möge doch bitte meine Kontodaten übermitteln, damit mir der Differenzbetrag erstattet würde.
(!) Nur 10 Minuten später erhielt ich jedoch eine erneute email von der gleichen Person, die nun, ohne Begründung, schrieb, daß eine Auszahlung nicht möglich sei. (!)
Daraufhin erklärte ich erneut schriftlich per email die Sachlage. Zur Präzisierung führte ich noch Links ins Internet an, zu den Beschreibungen beider Schlösser an, und zum Preisunterschied zwischen beiden Schlössern.
Ich erhielt eine Antwort vom Geschäftsführer, Herrn Neitzel.
Darin wurde ich beschuldigt, ich wolle wohl nur einen Preisnachlass für ein Produkt, welches im Internet zu einem geringeren Preis gefunden hätte. Mir wurde die größere fahrradhandelspolitische Weltlage erklärt, das Ausbeutertum von Amazon & Co usw.
Aus Kulanz (!) würde sich jedoch eine Mitarbeiterin mit mir in Verbindung setzen und eine Lösung zu meiner Zufriedenheit anbieten.
Niemand meldete sich. Ich meldete mich erneut bei der Fahrradstation und Herrn Neitzel, per e-mail und per SMS. Ohne eine Antwort zu erhalten.
Schließlich rief mich eine Mitarbeiterin aus der Auguststraße an mit ca. 4-tägiger Verspätung. Zunächst wurde ich aufgefordert, doch in die Filiale zu kommen, damit sich die Mitarbeiterin das Schloß ansehen könne Erneut wurde mir vorgehalten, ich hätte ein Produkt im Internet billiger gesehen und wolle nun einen Preisnachlass haben. Ich korrigierte das erneut. Mir wurde dann erklärt, daß die Administratoren, die die Auspreisung vornähmen, mit der Auspreisung der ständig neuen Produkte überlastet seien und also bestimmte Produkte einfach mit dem Preisschild eines anderen Produktes ausgepreist würden. Das sei doch völlig normal usw usf
(Anmerkung: Vorschlag an die GF der FS: preist doch gleich alle Produkte zu einem Einheitspreis, nämlich dem des teuersten Produktes in eurem Laden, aus!)
Schließlich wurde mir noch mitgeteilt, daß es sich bei beiden Schlössern ja um gleichwertige handeln würde was natürlich nicht der Fall ist (Skipper: 12mm Kabel, Racer 15mm Kabel).
Eine Auszahlung wurde mir verweigert. Das könne man nicht tun. Ohne Begründung. Man könne mir eine Gutschrift über 10 Euro anbieten. Dazu müsse man meine Daten aufnehmen (Name, Adresse). So könne ich z.B. die Gutschrift einsetzen, wenn ich z.B. eine Pumpe für 20 Euro oder so kaufen würde
Über die Wahrhaftigkeit dieser Gutschrift, ob sie eintrifft, ob sie eingelöst werden kann, und zu welchen Bedingungen, werde ich mich dann wieder melden read more