Seit 1973 waren wir, mein Mann und ich bis zu vier Mal im Jahr für längere Zeit Gäste beim Kreuzwirt. Jedes Ankommen war wie ein Heimkommen! Nach unseren langen Fahrten
(1372 km von Tür zu Tür in zwei Tagen) erholten wir uns schon nach wenigen Minuten.
Die Atmosphäre im Haus, die Stimmung im Gastgarten wie aufgenommen als Mitglieder einer große Familie fühlten wir uns dort. Bei einem guten Mahl tauschte man die neuesten Wichtigkeiten aus. Konzertereignisse, Theater- und Literaturneuigkeiten wurden genauestens kommentiert, politische Veränderungen kurz und emotionslos angerissen, und so waren wir von den Geschehnissen während unserer Abwesenheit bald gut unterrichtet, wussten von den Freuden, auch von Beschwernissen und Sorgen der Familie, der Freunde und Bekannten und erzählten unsererseits was interessant auch für die dortigen Freunde sein könnte.
Und immer wieder dazwischen heitere und ernste Einschübe kurzen Austauschs mit Herrn Temmel während des Servierens, mit Frau Temmel in der Tür zur Küche, kleine Vertraulichkeiten, mehr oder weniger leise ausgetauscht, eine Umarmung dazwischen, ein Lächeln, ein helles Auflachen auch wunderbar!
Wir kochten beide gern und nicht schlecht, hier aber vermissten wir den eigenen Herd in keiner Weise, genossen alles, es war fein gekocht und herzlich serviert.
Nun, inzwischen allein, sind mir Fahrten nach Österreich nicht mehr so leicht möglich, und die Sehnsucht nach Graz und diesem Haus lässt oft Empfindungen aufkommen, die mit dem Wort Heimweh am treffendsten beschrieben sind.
Danke, liebe Frau Temmel, danke lieber Herr Temmel! read more