Nach dem mein Cousin vor einigen Monaten seinen 40. Geburtstag im Landbräu feiert, und ich offenbar als einziger Gast Pech mit meinem Rumpsteak hatte, wollte ich am letzten Samstag nochmals einen Versuch wagen.
Ohne Reservierung kamen wir in das sehr gut gefüllte Lokal und ich rechnete gar nicht mehr damit, einen Tisch im Biergarten zu bekommen; doch weit gefehlt, nach Rückfrage bei der Bedienung kam die Chefin und wir konnten an einem Tisch für 2 Personen Platz nehmen.
Die wirklich angenehmen Atmosphäre wurde leider anfangs durch einen Live-Musiker mit Blasinstrument gestört; hierzu muss ich aber sagen, dass unser Tisch in unmittelbarer Nähe des Künstlers stand und etwas weiter entfernte Gäste sicher nicht beeinträchtigt waren. Was ich aber als absolut unpassend empfunden habe war die Tatsache, dass nach Ende der Vorstellung durch den Musiker an den Tischen gesammelt wurde. Es mag hart klingen, aber das ist für mich schlicht inakzeptabel und ein Vorgang, denn ich bisher noch nie irgendwo erlebt habe, und daher ziehe ich dafür einen Stern ab, da mir der Ärger hierüber die eigentlich wirklich angenehme Stimmung deutlich verhagelte.
Zum Essen:
Ich entschied mich wie angekündigt für das Rumpsteak englisch mit Pfeffersauce, Bratkartoffeln und einem kleinen Salat, zu einem Preis von 18 EUR, was ich als mal als gehobenen Durchschnittspreis für ein Lokal wie das Körpricher Landbräu einstufen würde. Das Gericht wurde nach angemessener Wartezeit von der sehr zu lobenden Bedienung serviert und machte optisch sofort einen guten und reichhaltigen Eindruck. Das Steak war ausreichend groß, die Bratkartoffeln üppig und der Salat angemessen.
Der Anschnitt des Rumpsteak stellte mich dann mehr als zufrieden besser auf den Punkt ist die Zubereitung englisch nicht möglich! Dann der erste Bissen, und auch hier, großes Begeisterung meinerseits, die Qualität war, im Gegensatz zu von vor ein paar Monaten, wirklich ausgezeichnet. Auch der Salat kann durchweg als solide bezeichnet werden, was ich bei einem Beilagensalat als ausreichend empfinde. Weniger gut schneiden aber die Bratkartoffeln ab, wobei ich hier auch ziemlich verwöhnt bin. Trotzdem, keine Zwiebeln und der recht spärliche Einsatz von Gewürzen, dazu die fehlende Butternote kein Beinbruch, aber das kann man besser machen. Warum also der zweiten Stern Abzug? Das lag an der Pfeffersauce. Ich will wirklich nichts unterstellen, aber hier war ein derart penetranter instant-Geschmack vorhanden, dass ich wirklich schon nachfragen wollte, ob es sich um ein Fertigprodukt handelt (was ich jetzt erst mal nicht glaube). Somit dämpften Beilagen und Sauce den tollen ersten Eindruck merklich.
Dennoch, festzuhalten bleibt, das man im Körpricher Landbräu durchaus gut aufgehoben ist, wenn man auf eine (grundsätzlich) angenehme Atmosphäre, nette und schnelle Bedienung, freundliche Gastgeber und gute Qualität der Ausgangsprodukte zu durchschnittlichen Preisen aus ist. Dafür steht auch das Gericht meiner Begleitung, ein Rahmschnitzel, dass durchweg überzeugt hat. Werden die angesprochenen Punkte demnächst verbessert/abgestellt ist das Lokal für mich definitiv auch in der Zukunft eine feste Anlaufstelle. read more