Lief heute Abend um 23h zufällig mit Begleitung vom Bohl Richtung Goliath Stübli und mir fiel eigentlich zum ersten Mal auf, dass im Ecklokal nicht mehr ein Vietnamese drin ist, sondern eine Crêperie.
Wir studierten kurz das grosse süsse und salzige Angebot und entschieden uns für einen späten Dessert.
Der Besitzer begrüsste uns gleich, nahm unsere Bestellung entgegen und offerierte uns einen gedeckten Tisch. Für uns sollte es eine "Bohémienne" sein. Marronicreme, Mandelsplitter und Grand Marnier. Kein Naserümpfen als wir sagten, wir würden gerne teilen. Die beiden Getränke kamen sofort. Ich sprach Französisch mit ihm, meine Begleitung Deutsch. Später hörte ich ihn sogar noch Italienisch sprechen.
Ich war zuletzt vor etwa 8 Jahren in dem Lokal, als Kostas der Grieche noch drin war. Aber hier war echt alles frisch gemacht und frisch gestrichen. Schlicht und sauber. Und vor allem geruchsfrei. Das fiel mir vor allem auf, als mir einige Minuten später der Geruch der Crêpe auf dem Herd in die Nase stieg. Kein Hauch mehr von Imbiss- / Fritösengeruch. Allenfalls wirkte alles noch etwas sehr frisch und neu, noch nicht sehr eingelebt. Das Licht von hinter dem Tresen etwas zu grell. Aber ich vermute, das wird sich noch geben. Ich hätts auch toll gefunden, im Lokal drin noch die grosse Auswahl etwas weiter studieren zu dürfen, leider war aber (soweit ich sah) die Eingangstür der einzige Ort, wo das Angebot angeschlagen war. Es müssen ja nicht die ollen Menükarten sein, aber warum nicht Kreidetafeln über dem Tresen oder so?...
Wenige Minuten später kam dann die Crêpe. Schön offen auf einem grossen Teller. Der Chef dimmte das Licht genau bei unserem Tisch (anscheinend hat man die Technik auch renoviert) und hat unsere Crêpe gleich noch mit etwas Grand Marnier flambiert.
Geschmack und Qualität waren hervorragend. Hey, das ist nicht die klebrige Durchschnittscrêpe mit Nutella ab Papptellerchen an der Olma. Wir genossen die ordentliche Portion sehr. Zwischendrin kamen noch einige junge Frauen rein und nahmen die Crêpes gleich mit.
Unseres Erachtens wurde in St. Gallen hier eine kulinarische Lücke geschlossen. Zum Dessert kommen wir sicher mal wieder vorbei, es gibt scheins auch ein Mittagsangebot und salzige Crêpes sind halt auch lecker.
Total zahlten wir dann 23 Franken für die Crêpe, ein grosses Bier und ein Mineral. read more