Der Luisenstädtische Kirchpark ist ein kleiner Park in Berlin/Mitte. Er verläuft entlang der ehemaligen Mauer und liegt eingebettet zwischen Sebastian-, Alexandrinen-, Stallschreiber- und Alter Jakobstraße. Der Park ist 15 Gehminuten vom Neuen Stadtschloss entfernt. Sein Name erinnert an die Luisenstadt Kirche, deren Ruinen bis zum Mauerbau hier standen. Die Luisenstadt Kirche wurde durch einen Bombenangriff am 3. Februar 1945 zerstört, mehr als 50 Menschen, die im Keller der Kirche Schutz gesucht hatten, verloren dabei ihr Leben. 1964 wurden die Ruinen der Kirche dann gesprengt, weil sie sich zu nahe an der Berliner Mauer befanden. Trotz dieser Sprengung ist davon auszugehen, dass Überreste der Kirchenfundamente und des zur Kirche gehörenden Friedhofs erhalten geblieben sind. Ob vor der Sprengung eine Bergung der auf dem Friedhof Bestatteten erfolgte, ist ungewiss.
Die Geschichte der Kirche reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert, schon 1695 stand an gleicher Stelle eine einfache Holzkirche, die Sebastiankirche. 1750 wurde diese Holz- durch eine Barocke Steinkirche ersetzt. Im Jahr 1802 erhielt die Sebastiankirche dann einen neuen Namen, sie wurde umbenannt in Luisenstadtkirche. Hintergrund für den Namenswechsel war die Umbenennung des Köpenicker Viertels in Luisenstadt, die Umbenennung erfolgte zu Ehren von Königin Luise, der Ehefrau von Friedrich Wilhelm III. Auf dem Friedhof der Kirche sind u.a. der Jurist und Justizreformer Carl Gottlieb Svarez, der Komponist Wilhelm Friedemann Bach und der Verleger und Schriftsteller Christoph Friedrich Nicolai begraben. Nachdem der Friedhof 1831 geschlossen wurde, diente das Gelände den Anwohnern als Erholungsstätte.
Unmittelbar nach der Wiedervereinigung setzte sich der Bürgerverein Luisenstadt für eine Neugestaltung des Geländes ein. Man wollte an die durch den Bombenangriff zerstörte Kirche erinnern, der bei diesem Angriff zu Tode gekommenen Menschen gedenken und die eingeebneten Gräber von Svarez, Bach und Nicolai vor dem Vergessen bewahren. Zu diesem Zweck entwarf der Bildhauer Nikolaus Bode 1997 eine Stele, die im Eingangsbereich des Parks an die Geschichte des Ortes erinnern sollte. Allerdings dauerte es noch Jahre, bis die Stele im Herbst 2002 anlässlich des 'Tages des offenen Denkmals' schließlich feierlich enthüllt und Stele und Fundament der Kirche in die Denkmalliste des Landesdenkmalamtes Berlin eingetragen wurden.
Heute wirkt der Park - mit umfänglichem Baumbestand - als grüne Lunge für Berlin Mitte. Er wird - besonders an warmen Tagen - von zahlreichen Anwohnern als Freizeit- und Erholungsort genutzt und auch von Touristen frequentiert. Viele Bänke und drei Liegewiesen laden die Besucher zum Verweilen ein, außerdem spenden zwei berankte Pergolen an sonnigen Tagen den gewünschten Schatten. Es gibt einen pädagogisch durchdachten, mit intelligenten Sportgeräten bestückten Spielplatz für Kleinkinder und verschiedene Sportangebote für Jugendliche (drei Tischtennisplatten, einen umzäunten Bolzplatz und zwei Basketballkörbe). Sobald es das Wetter erlaubt, entwickelt sich im Park ein lebhaftes Treiben. Rund um den Parkt ist ein städtepolitisch gelungener Mix aus in Sanierung befindlicher Platte und gehobenen Eigentumswohnungen entstanden, so dass der Park als Begegnungsstätte der unterschiedlichen Anwohner fungiert. read more