Ich habe am 16.05.2025 bei diesem Vertragshändler ein Motorrad erworben. Der Kontakt war…read moresympathisch, wir sprachen auch kurz über unsere Hunde. Das Fahrzeug wurde wie gewünscht geliefert und bis zum Zulassungstermin am 20.06. sachgemäß in meinem Innenhof abgestellt. Ich war oft beim Fahrzeug, etwa um Abmessungen für Zubehör wie Kennzeichenhalter zu nehmen. Am 13.06. fiel mir auf, dass der Tank um den Tankdeckel herum eingedellt war. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn - der Deckel knallte meterhoch heraus und traf mich im Gesicht. Eine Luft-Benzin-Gas-Mischung entwich ins Gesicht. Aus meiner Sicht bestand akute Explosionsgefahr.
Diese Umstände rechtfertigen eigentlich bereits einen Rücktritt und ggf. Schmerzensgeld. Doch da ich das Motorrad gerne fahren wollte und eine emotionale Bindung bestand (es wurde zu meinem Geburtstag geliefert), forderte ich lediglich Nachbesserung. Erst nach mehreren E-Mails, zwei Einschreiben mit Rückschein, Fristsetzung und dem freiwilligen Angebot, die vollen Benzinkosten zu übernehmen, antwortete der Händler nach 9 Tagen. Seine Antwort war lediglich, dass er den Fall an den Hersteller weitergeleitet hätte - für mich ein Versuch, Verantwortung abzuschieben. Ich stellte klar, dass er als Vertragspartner zuständig ist.
Das Motorrad wurde nach weiterem Schriftverkehr abgeholt. Ein schwarzer Tank war auf Lager und wurde als Übergang angeboten, falls der weiße vom Hersteller nur mit langen Lieferzeiten lieferbar sei. Man könne diesen später nachrüsten. Am Montag wollte man mir die Lieferzeit mitteilen - das geschah nicht. Ich hatte übers Wochenende selbst recherchiert und erhielt die Info, dass der weiße Tank bei einem anderen Händler auf Lager ist. Das teilte ich dem Händler mit, welcher dann Rückmeldung über die Lieferbarkeit des Herstellers gab. Eine Woche später kam das Fahrzeug zurück, Tank getauscht, Entlüftung laut Händler repariert.
Ich hatte zugesagt, die vollen Benzinkosten zu tragen, um lösungsorientiert zu handeln. Die Strecke zu ihm beträgt 48,2km, mal 4 (Hin- und Rückfahrt × 2): 192,8km. Ich rechnete mit 8l/100km und kam auf ca. 26€. Da ich vorher gesagt hatte: "Ich denke, es kostet vielleicht 90€, aber ich rechne nochmal genau nach", gab ich ihm großzügig 60€ in bar - über das Doppelte als nötig. Dennoch reagierte er spürbar unzufrieden, sprach von "Milchmädchenrechnung" und forderte noch Verschleißkosten.
Unmittelbar nach Rückgabe war die Batterie leer, die Motorkontrollleuchte dauerhaft an, der Tacho zeigte 0 km statt der vorher dokumentierten 2km (durch Erstinspektion). Ich dokumentierte das alles mit Fotos. Nach Batterieladung lief der Motor kurz, dann roch es stark nach verbranntem Kunststoff, Rauch kam aus dem Motorraum. Ich stellte den Motor sofort ab. Beim zweiten Startversuch 20 Minuten später war die Batterie wieder leer. Diese Mängel waren zuvor nicht vorhanden.
Seit der Lieferung vor über zwei Monaten war das Neufahrzeug nie betriebsbereit. Ich musste mir ein anderes Fahrzeug organisieren. Alle Mängel waren sicherheitsrelevant: Explosionsgefahr, Elektrikausfall, Rauchentwicklung. Das Vertrauen in Fahrzeug und Händler ist zerstört. Nach Rückgabe traten neue, gravierende Mängel auf, weshalb ich gemäß §§437 Nr.2, 440, 323 BGB den Rücktritt erklärte. Die Frist zur Rückabwicklung verstrich ohne Reaktion.
Wer nicht gezwungen sein möchte, seine Rechte einklagen zu müssen, sollte - basierend auf meiner Erfahrung - Abstand von diesem Händler nehmen.