Wir entschieden uns mit meiner Familie einmal das
Rosmarino in Aue zu probieren, leider ein Reinfall! Das Restaurant wirkte eher leer, allerdings ist der
hintere Außenbereich sehr gemütlich und wir fühlten uns dort sehr wohl. Es sollte
erwähnt werden, dass gute Stoffservietten gereicht werden, sehr selten! Die Bedienung war sehr zuvorkommend und freundlich und
kannte alle Specials ohne abzulesen! Nun zum Essen: Auf meine Frage ob ich meine Pizza
geschlossen haben könnte (ich mag wenn meine Pizza richtig heiß ist und habe
noch nirgendwo auf der Welt diesen Wunsch abgeschlagen bekommen) wurde mir nur
höflich erklärt, dass dies auf gar keinen Fall möglich wäre. Nach langem
Überlegen und letztendlich nach dem Probieren einer Pizza war klar: Hier wird
vorgebacken! Als Vorspeise gab es ein Rinder-Carpaccio, hier denkt
man, kann nicht viel falsch gemacht werden. Doch geht! Der Koch hatte sich
entschieden, die hauchdünn geschnittenen Scheibchen vorher in Öl zu ertränken
(wahrscheinlich lebte das Tier noch und er wollte einfach auf Nummer sicher
gehen). Das Knoblauchbrot war halt ein Knoblauchbrot, beim
Bruschetta waren wie immer die Tomaten absolut geschmacklos, allerdings weiß
ich, dass in dieser Region niemand für qualitative Produkte zahlen will, also
eher eine Zwangsmaßnahme. Der empfohlene Salat mit Garnelen war auch nicht gerade ein Schmankerl
, die TK-Garnelen schmeckten vorgekocht und waren sehr trocken. Die Hauptgänge: Mein Saltimbocca war ein netter Versuch
der leider total daneben ging. Auch hier war das Fleisch so trocken, dass auch
die undefinierbare durchsichtige Entschuldigung einer Sauce nicht dazu beitrug, dem Saltimbocca wenigstens zu etwas Konsistenz
und Geschmack zu verhelfen, wirklich absolut grauenhaft! Ein Familienmitglied entschied sich für ein Filet Mignon,
dem wohl besten Teil am Rind. Um das für den Non-Foodie zu erläutern: Hier
wird aus dem Rinderfilet das Mittelstück zubereitet, also das beste Stück vom
besten Stück! Zumindest auf Papier., im Rosmarino entschied man sich auch bei
diesem Gericht ein Experiment zu wagen. Sie vermuten richtig, es ging schief:
das fragwürdige Filet wurde gekocht! Aber wenigstens war dann das Fleisch saftig denken Sie,
wieder falsch. Auch hier schaffte es der Maître de Cuisine dieses, auf der
Karte als mediterran angepriesenes Gericht , dass mich stark an ein Terijaki-Steak
erinnerte (Terijaki ist eine japanische Zubereitungsart, wobei das Fleischstück
in einer süßen Sojasauce köchelt) komplett zu zerstören! Die Pizza, für ein
italienisches Restaurant stark unterdurchschnittlich und wie oben bereits
erwähnt, war (zumindest )der Teig vorgebacken. Hier bekommt man, was man zahlt.
TK-Schrimps, TK-Spinat mit geriebenem Plastikmozarella Das Putensteak war durchaus genießbar, allerdings waren
die Beilagen zu allen Hauptgängen etwas fragwürdig. Die Rosmarinkartoffeln, die
ich hier zum ersten Mal ohne Schale probierte, waren geschmacklich wirklich
gut, allerdings viel zu weich und überkocht (aufgewärmt)! Das Gemüse war frisch, was man in diesem Teil des Landes
tatsächlich hoch anerkennen muss, geschmacklich dennoch eher lasch und wieder
in einer seltsamen Sauce gekocht. Als Dessert entschied ich mich für Gorgonzola, der leider
nicht zur Auswahl stand, sicherlich auch hier eine Frage der Nachfrage, da im
tiefen Erzgebirge nicht nach gutem Essen, sondern nach guten Preisen gesucht
wird. Das selbstgemachte Mango-Sorbet war zu 100% ein
Fertigprodukt, zu diesem Preis absolut unmöglich und auch der Geschmack verrät
dies ganz klar. Hier sollte der Gast nicht in die Irre geführt werden! Fazit: EUR140 für 4 Personen mit 2 Gläsern Hauswein, dafür
habe ich etwas wesentlich Besseres erwartet. 10 Punkte System: 1 extrem schlecht, 10 ausgezeichnet Service: 7 Ambiente: 8 (draußen) Essen: 3 Preis: 6 Gesamt: 6 read more