Wir haben unsere Hochzeit auf der Molkenkur gefeiert und das feedback sowie das eigene Empfinden waren sehr durchwachsen. Großes Lob für die Auswahl der location gab es definitiv für die Lage mit dem herrlichen Blick über die Rheinebene und gerade für die Kinder angenehm ist der Platz, den die Molkenkur bietet und die Nähe zum Wald, wo man vor dem langen Abend nochmal toben konnte.
Der größte Minuspunkt dagegen war die extrem marktorientierte und dadurch sehr kundenunfreundliche Ausnutzung jeglicher Ressourcen. Daß am selben Abend zeitgleich eine andere Hochzeit gefeiert wurde ist angesichts der Tatsache, daß die Molkenkur über zwei große Sääle verfügt durchaus verständlich. Daß man von der andren Hochzeit nichts mitbekommt, war jedoch glatt gelogen, was man sich schon vorher vergegenwärtigen konnte, da die Toiletten so liegen, daß jeweils ein Geschlecht in die Räumlichkeiten der andren Hochzeit muß. Das hat soweit kaum gestört, solange die Gäste nur auf die Toilette sind, jedoch war dem nicht so, es wurde kräftig mitgetrunken und gegen Ende der Feier sogar die Braut belästigt von Gästen der andren Hochzeit. Dafür ist die Molkenkur nicht wirklich verantwortlich zu zeichnen, man hat jedoch nichts unternommen, die Gäste wieder in die Schranken zu weisen, das überließ man galant den Belästigten alleine.
Ebenso gespart wurde an Bedienungen generell, an freundlichen sowieso. Die Bankettleiterin war die Einzige, die man sich anzusprechen getraute, durchweg freundlich, hilfsbereit und verständnisvoll zur Seite. Top. So, wie man es sich wünscht. Der Rest der Bedienungen war unfreundlich, quälend langsam, durchaus auch zum Nachteil des Restaurants, Wasser z.B. wurde im 30 Minuten - Takt aufgefüllt und auch auf Wunsch erst 20 Minuten später gebracht, von Softdrinks ganz zu schweigen, Zusatzwünsche musste man, wenn man auf Erfüllung hoffte, sowieso nur an die Bankettleiterin richten (Beistelltisch für den Beamer), der Rest der Bedienungen, heillos überlastet, reagierte pampig bis hin zu aggressiv und auch die Bedienungen untereinander redeten nicht. So kam es vor, dass Getränke dreifach bestellt wurden bei unterschiedlichen Bedienungen, die erst 30 Minuten später, dafür dann auch in dreifacher Ausführung kamen. Sobald Kaffee und Kuchen auf der Terrasse beendet war, wurde für Wanderer gleich neu eingedeckt, obwohl die paar vorhandenen Bedienungen für 2 große Hochzeiten schon bei weitem nicht ausreichten. In diesem Sinne war die location durchaus gut, aber bei weitem nicht so exquisit, wie sie sein könnte. Durch so simple Maßnehmen wie ein paar mehr Leute für Großveranstaltungen abstellen und bei einer full-house - Auslastung das Restaurant für den Durchgangsverkehr sperren wäre schon sehr viel gewonnen gewesen und es wäre ein durchweg wirklich unvergeßliches Fest geworden.
Dasselbe gilt für das Essen. Es war geschmacklich vorzüglich, aber z.B. waren die Früchte des Nachtisches nicht heiß, wie ausgemacht, sondern kühlschrankkalt, das Essen war nicht liebevoll auf die Teller drapiert, sondern hingeklatscht und v.a. war es relativ wenig. Für junge Damen durchaus ausreichend verlangten die Herren mehr, aber es gab nur noch eine Beilage nach, Soße gar nicht mehr und auch dies - wie die Getränke - gefühlte Stunden nach Beendigung des Essens, als es dann auch niemand mehr wollte.
Ein kleines bißchen mehr Mühe hätte also aus einem durchschnittlichen und knapp kalkulierten Essen ein exquisites Mahl werden lassen. Dies ist als Eindruck generell von der Molkenkur hängengeblieben:
zufriedenstellend und durchschnittlich und was daran ärgerlich ist, ist, daß es ein paar weniger simpler Maßnahmen nur bedurft hätte, daraus etwas wirklich exquisites zu machen. Wenn man ein Restaurant sucht, das viel Platz bietet für große Gesellschaften und man vorhat, gerade im Sommer, viel Zeit auf der Terrasse (Ausblick!) zu verbringen, dann ist die Molkenkur zu empfehlen. Sucht man erlesenen, kompetenten, hilfsbereiten, in jeder Hinsicht die Erwartungen übertreffenden Service bei geringen Preisen, a-u-s-g-e-z-e-i-c-h-n-e-t-e-s Essen und eine Rundum-glücklich-Betreuung, so halte man sich lieber an Restaurants wie den Ritter (! ja, tatsächlich!) am Marktplatz der Heidelberger Altstadt. read more