Steht man am Südpol des Werbellinsees, kann man das Denkmal nur ahnen, also das Der Askanierturm…read moresteht am südliches Ausgang des Werbellinsees auf historischem Gelände, denn Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die askanische Wehrburg Wildenborch (Werbellin) unter Markgraf Albrecht II erbaut.
Sie verlor im 14. Jahrhundert an Bedeutung und Beachtung und zerfiel, nicht ohne im Boden Erinnerungsstücke zu hinterlassen, die im 19. Jahrhundert gefunden wurden.
Dann gab es den Joachimsthaler Heimatdichter Friedrich Brunhold ( 18111 - 1894 ), der die Idee hatte an der Stelle eine Turm zu errichten. Prinz Carl von Preußen fand sie gut und Geld. In seinem Auftrag errichtete der Eberswalder Baumeister Oskar Büschner den romantisch - neugotischen ASKANIERTURM an historischer Stelle, den Burgfundamenten auf dem Burgberg.
Auch der Name hat was historisches, die Askanier ware ein mittelalterliches Herrschergeschlecht. Seine berühmtesten Vertreter waren z. B.:
- Otto der Reiche ( ca. 1070 - 1123 ), Stadtgründer meiner Heimatstadt
- Albrecht der Bär ( ca. 1100-1170 ), Ottos Sohn,
- Johann I. ( ca. 1213-1266 ) & Otto III. "der Fromme" ( ca. 1215-1267 ), Stadtgründer,
- Leopold I. von Anhalt-Dessau - "Der Alte Dessauer" ( 1676-1747 ), dem wir den militärischen Gleichschritt verdanken,
- Katharina II. "die Große" ( 1729-1796 ), Kaiserin Russlands (nur eine askanische Nebenlinie),
Das askanische Wappen ist hälftig geteilt, links der halbe Brandenburger Adler und rechte Hälfte das sächsischen Wappens.
Es entstand ein 12 Meter hoher Feldsteinturm, der über einen Balkon und einen überdachten Zinnenkranz aus Backsteinen verfügte.
Die Einweihung erfolgte im Jahre 1879, da wurde er schnell eine "Besuchermagnet", dessen Glanz leider nach dem zweiten Weltkrieg total verblasste.
Allerdings fanden die Denkmalschützer ihn wertvoll genug und "vereinnahmten" ihn 1974.
Erst in den 90er des letzten Jahrtausends wurde er umfangreich restauriert und saniert. Die erneute Eröffnung war dann schon 1991.
Nun zu unserem Besuch. Wir holten den kleinen Schlüssel im "Café Wildau", nicht ohne Angabe einer telefonischen Erreichbarkeit und Abgabe von 1 Euro (wohl eher symbolisch). Somit sind auch die Öffnungszeiten entsprechend...
Am Turm stiegen wir 3 Steinstufen und fanden die Tür erwartungsgemäß verschlossen, ABER mit einem Hinweis auf das Schlüsselmonopol des Cafés... ;-)
Weiter 15 Holzstufen brachten uns zum Balkon, von dem aus wir die erst "kleine Aussicht" genossen.
Dann ging es weitere 34 Stufen hoch und wir können die große AUSSICHT genießen... ;-)
Als ich den Schlüssel zurück brachte, wurde in meinem Beisein der "Anmeldezettel" vernichtet.
Teil 1 für weiter Interessierte, die exakten Geokoordinaten:
* Dezimal: 52.904028, 13.650000
* GMS: 52° 54′ 14.5″ N, 13° 39′ 0.0″ O
Teil 2 für Interessierte:
Werbellin lässt sich slawischen Ursprunges zuordnen und könnte übersetzt werden mit: "Ort am gewirbelten/strudelnden Wasser" oder schlicht "Wirbelsee" / "Strudelwasser".
Teil 3 für Interessierte:
Die ARD dreht u. a. hier 2009 Märchen "Rapunzel", ich denke aus der Vorlage der Gebrüder Grimm. Das Märchen hat aber viel tiefer liegende Wurzeln, eine ist die Legende der "Heiligen Barbara von Nikomedien" aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., deren heidnischer Vater sie als Schutz vor der Welt und dem christlichen Glauben in einen Turm sperrte.