Wir wurden von Einheimischen vorgewarnt, gingen aber dennoch hin. Was uns dann erwartete, ist wirklich einer Niederschrift wert.
Zunächst war der Service freundlich, wir bestellten Aperitivs und zum Naschen zwei Bruschette die tatsächlich 0,50EUR pro Stück kosten! und einmal Krabben mit Knoblauch.
Die Bruschette kamen prompt und dazu zwei Mal die Krabben. Nach unserem Hinweis, diese nur einmal geordert zu haben, war der Service für den Rest des Abends komplett unterkühlt. Damit kann man problemlos leben, aber leider gab es da ja auch noch das Essen.
Zunächst einmal die Krabben: wässrig, ungewürzt, nur kurz in der Mikrowelle aufgetaut und anschliessend in eine Form gelegt und mit einem halben Liter heissen Öl übergossen, in dem auch noch ein paar hilflose Tomatenviertel dem kulinarischen Tod entgegendümpelten. Aufwand: 1/10, Geschmack: 0/10.
Nun ja, kann ja mal vorkommen, dann also doch lieber zum Hauptgericht wechseln? Meine Freundin wollte die Tagliatelle mit Pesto und auf ihre ausdrückliche Nachfrage wurde ihr versichert, dieses sei hausgemacht. Um den Witz gleich vorwegzunehmen: ja, war es wohl. Auch wenn es sich weder auf, noch unter, noch über den Nudeln befand. Der Berg Tagliatelle war nämlich homöopathisch mit einer leicht grünlichen Flüssigkeit benetzt worden, die man, mangels Masse und Geschmack, beim besten Willen nicht als Pesto identifizieren konnte. Zum Ausgleich waren die Nudeln übersät mit geschroteten Körnern, die wohl aus dem Vogelhaus nebenan abgegriffen worden waren.
Ich hette geglaubt mich auf der sicheren Seite zu befinden, als ich Canneloni in Tomatensosse und mit Mozzarella überbacken bestellte, aber man kann sich bekanntlich irren. Womit die Teigrollen auch immer überbacken wurden, Mozzarella war dies definitiv nicht. Kann ja mal vorkommen, wenn man kurzsichtig in den Kühlschrank greift. Dumm nur, dass auch die Tomatensosse keine war. Tatsächlich handelte es sich um eine Jägersosse aus der Tüte, die unter heftigstem Einsatz von Paprikapulver auf Rot getrimmt und mit grosszügig bemessenem Mondamin-Sossenbinder halbwegs in Form gebracht worden war. Wie sowas schmeckt? Bei dem Gedanken schaudert es mich noch nachträglich. Muss ich noch hinzufügen, dass auch die Canneloni weder frisch noch sonst irgendwas akzeptables waren, sondern aus irgendeiner Grosspackung Mikrowellenverwertungsfutter stammten? Wohl kaum.
Als ich die Rechnung verlangte ja, ich habe für diese Tortur tatsächlich gutes Geld ausgegeben sah mich meine Freundin verwirrt an, weil ich reflexartig auch einen Espresso bestellte. Womit sich die Erfahrung perfekt abrundete, da dieser sowohl die Konsistenz, als auch den Geschmack von Abwaschwasser hatte.
Wer also einen Magen aus Stahl und verödete Geschmacksnerven hat, dem kann man diese Lokalität nur wärmstens empfehlen. Allen anderen sei dringendst davon abgeraten, sich den Magen und den Abend mit den Machenschaften einer Küche (?) zu verrderben, die nicht einmal Frank Rosin retten könnte. read more