Ich habe mich aufgrund der Bilder im Internet und aufgrund der Kosten für das Krematorium Nordrhein in Wesel entschieden. Hier war die Einzelfeuerbestattung für meinen Kater mit Abstand am günstigsten.
Ich habe Montagabends trotz Feiertag (Pfingsten 2011) dort jemanden erreichen können und einen Termin für den Folgetag bekommen. Dort angekommen wurde ich empfangen und mit meinem Kater sofort in einen sehr schönen und sauberen Abschiedsraum gebracht, wo mir der Mitarbeiter half, den Kater auf ein großes Kissen vor einen kleinen Wasserfall zu legen. Eine Mappe mit den auszufüllenden Unterlagen wurde beiläufig auf einen Tisch gelegt mit der bitte diese "bitte bei Gelegenheit" auszufüllen (Verbrennungsauftrag etc). Während im Hintergrund ruhige Klaviermusik spielte, hatte ich genügend Zeit, mich würdevoll zu verabschieden. Der Mitarbeiter sagte mir, wann er dann zurückkommen würde, sprich wann es soweit wäre.
Als der Zeitpunkt gekommen war klopfte er und fragte höflich, ob ich so weit wäre oder ob ich noch einen Augenblick haben wolle. Diesen nahm ich mir auch. Ich kam dann zu ihm, um zu beginnen. Erst erklärte er mir den Ablauf und auch, wo ich bei sein könnte, wenn ich wollte. Wir schoben das Bett mit meinem Kater in den Brennraum und betteten ihn auf einen anderen Rollwagen um. Während der Mitarbeiter den Ofen vorbereitete, hatte ich noch mal kurz Zeit, mich von meinem Kater zu verabschieden. Der Herr wartete dann kommentarlos auf mein Zeichen, wann ich bereit wäre. Ich konnte selbst entscheiden, wie weit ich nun gehen würde, was ich sehen wollte. Ich bekam auch den Hinweis, wann sich die meisten umdrehen würden bzw. wann es wohl ratsam dafür sei. Ab dem Punkt, wo der Wagen vor dem offenen Ofen stand, habe ich mich dann auch abgewendet. Er erklärte mir dann beim herausführen den weiteren Ablauf. Die Zeit nutzte ich, das schöne Gelände mit Gedenktafel, dem Streubeet etc zu erkunden. Von der Möglichkeit, den Kater mit aus dem Ofen zu holen habe ich keinen Gebrauch gemacht. Mit einer (angebotenen) Tasse Kaffee wartete ich dann auf die fertige Urne, welche ich mir während der Wartezeit (40 min) aus dem umfangreichen Sortiment ausgesucht hatte. Auch hier nahm sich der Mitarbeiter Zeit für mich. Kurz vor Übergabe der Urne kam dann die nächste geplante Familie, so dass ich noch einen Moment Platz nahm. Wohl gemerkt, ich war die ganze Zeit der einzige Kunde, erst nach mir kam der nächste. Ich bekam dann die Urne und einen an mich adressierten Umschlag. Höflich bat mich der Mitarbeiter dann um die Gesamtrechnungssumme, welche ich für mein Gefühl auch verdienter Maßen angemessen aufgerundet habe.
Der Umschlag beinhaltete wie später gemerkt nicht nur die Rechnung, sondern auch eine sehr schöne Urkunde/Bescheinigung auf den Namen meines Katers verfasst und eine Beileidskarte des Krematoriums selber.
Global betrachtet verlief alles sehr ruhig, würdevoll und schön, so fern dieses Wort bei dem Thema passend ist. Auch der Mitarbeiter, welcher mich allein durch den ganzen Termin geführt hatte, hätte kein besseres Fingerspitzengefühl mehr haben können. Vom Empfang, über die Schilderungen des Ablaufs, des beiläufig nötigen Papierkrams, seiner Geduld und Ruhe, bis hin zur Durchführung der Feuerbestattung, Urnenauswahl, Übergabe und Abrechnung hat der Herr seinen "Job" aus meiner Sicht bestens erfüllt. Ich hatte alle Möglichkeiten und übertrieben dargestellt "alle Zeit der Welt". Selbst die hier einmal bemängelte Wortwahl passte in meinem Fall von vorn bis hinten. So nannte er doch tatsächlich auch immer den Namen des Katers oder "ihn", nicht etwa das Tier, die Katze (weiblich), "es" oder ähnlichem. Allein er hat von Beginn an bis zur Bezahlung alles allein gemacht. Selbst das 2x umbetten meines realistisch betrachtet nunmal toten und auch aus allen Körperöffnungen "ausgelaufenen" Katers (leider ganz normal bei gestorbenen Lebewesen; wie gesagt mal realistisch betrachtet) geschah für ihn wie selbstverständlich und sogar ohne Handschuhe oder der gleichen. Dies empfand ich persönlich als positiv, da mein Kater doch eher Körperkontakt gegenüber bspw. Gummihandschuhen bevorzugen würde.
Ich glaube würdevoller hätte der letzte Gang meines geliebten Katers kaum sein können.
Es war meine erste Feuerbestattung für ein Tier. Im direkten Vergleich mit einer Feuerbestattung eines Menschen fand ich den gesamten Ablauf nahezu perfekt.
Nachtrag:
Wie schwer muss es sein, täglich mit vielen völlig verschiedenen trauernden Menschen zu arbeiten und ein Feingefühl dafür zu entwickeln, wie man bspw. die Trauernden noch darum bitten muss, die nunmal rechtlich nötigen Unterlagen auszufüllen, obwohl Sie nur noch wenig Zeit mit ihrem verstorbenen Freund verbringen können. Alles ethisch tragbar zu erklären oder gar zu merken, was der Trauernde überhaupt noch verträgt bzw. hören oder besser nicht hören möchte, wissen oder nicht wissen möchte. Unabhängig davon, die Feuerbestattung als solche und alles was dazu gehört auch noch read more