"Wir hatten doch keinen Kuchen!"
Am Freitag nachmittag waren wir hier, um einen Kaffee zu trinken. Man kann dort schön im Freien sitzen und für den Preis des Kaffees bekommt man in der City ein trockenes Brötchen. Es war so gegen halb Drei, die beiden Frauen machten gerade sauber, der Ansturm war vorbei. Ich bestellte den Kaffee und fragte nach Kuchen. Den hätten sie leider leider nicht mehr, es sei ja Freitag und am Samstag sei Feiertag und da könne man nichts aufheben, und und erklärte die blondierte Bedienung mit slawischem Akzent wortreich und freundlich.
Da könne man nichts machen, das sei verständlich sagten wir. (Und Hunger hatten wir nicht, denn wir kamen gerade aus der Fischbratküche in Veddel, aber das ist eine andere Geschichte.)
Sie könne uns aber Pfannkuchen machen, schlug die Blondierte vor. Wir gucken uns an, sagen ja, gucken uns noch mal an und sagen ja, für beide, sehen, wie die Kollegin schon die Pfanne auf den Herd setzt, Öl hineingießt, schon den Teig anschlägt, bekommen unseren Kaffee und setzen uns in die Sonne.
Schnurren wie die Katzen, erst recht als jeder von uns zwei erstklassige Pfannkuchen bekommt, mit selbstgemachter Plaumenmarmelade gefüllt.
Und jetzt kommts: Als ich zahlen will, heißt es "3 Euro." Ich sage, "Das kann doch nicht sein, wir hatten doch beide Pfannkuchen." Die Blondierte meldet sich aus dem hinteren Küchenbereich: "Aber wir hatten doch keinen Kuchen." Ich lege einen Zehner und und sage "Ist gut so." Aber zack liegen die sieben Euro Wechselgeld vor mir. Nicht aus dieser Welt. read more