Den Waltersbrunnen in Meißen kann man ganz leicht übersehen. Er befindet sich auf dem "Kleiner Hohlweg" genannten Hohlweg, neben der Nr. 81 und direkt an der Umfassungsmauer des Grundstücks Freiheit Nr. 8 am Afraberg. Dieser wird gern dem Meißner Burgberg zugeordnet, auf dem die Albrechtsburg und der Meißner Dom stehen und sich seit ein paar Jahren auch der Quellstein Sachsens befindet, weil hier nach allgemeiner Auffassung Sachsen gegründet wurde.
Der kleine vergitterten Quellbrunnenschacht ist weit mehr als nur ein einfaches Wasserbecken - er gehört zu den geschichtsträchtigsten und sagenumwobensten Orte der Porzellan-Stadt Meißen.
Der Brunnen ist extrem alt. Er wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut, was seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1476 bestätigt. Er steht auf den Überresten eines Quellbrunnens, der nach meiner Information möglicherweise bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht.
Früher war er lebensnotwendig für die Wasserversorgung der Stadt. Ab dem 15. Jahrhundert speiste er die sogenannten Röhrfahrten (hölzerne Wasserleitungen), die das Wasser bis zum Meißner Markt leiteten.
Hier sind die wichtigsten Details zu diesem mysteriösen Brunnen:
Einige schaurigen düsteren Sagen ranken sich um den Waltersbrunnen, Sie sind im "Meißner Sagenschatz" für die Nachwelt erhalten geblieben, hier zwei Beispiele:
1. Der Mord am Waltersbrunnen: Eine bekannte Sage berichtet von einem Boten, der am Brunnen ermordet wurde. Man fand später Leichenteile im Schacht, die die Wasserrohre verstopft hatten. Der Legende nach sollen die Wunden der Leiche wieder angefangen haben zu bluten, als der Mörder Jahre später zufällig wieder an den Ort des Geschehens zurückkehrte.
2. Im Waltersbrunnen ertrunken: Eine weitere Geschichte erzählt von einem tragischen Unglück oder gar einem Verbrechen, bei dem eine Person im tiefen Schacht des Brunnens ihr Ende fand.
Wie beschrieben ist er leicht zu übersehen. Ich habe ihn auch nur schnell "en passant" fotografisch festgehalten / gesichert, um ihn euch mit Bildern präsentieren zu können. read more