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From Michael's review
Nov 15, 2022
Auf einem Bein kann man bekanntlich nicht stehen- und ein Museum am Tag ist mir bei Städtetrips selten genug. Es müssen meist mindestens zwei sein. Und so begab ich mich an einem der heißesten Tage des Jahres 2022 nach meinem Besuch im Dresdner Verkehrsmuseum in das nicht weit entfernte Albertinum, eines der Häuser der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Man könnte über das Gebäude als solches fast schon mindestens eine Novelle schreiben. Denn das Albertinum, nach dem im späten 19. Jahrhundert regierenden sächsischen König Albert benannt, war, als es einer musealen Nutzung zugeführt wurde, kein Neubau. Vielmehr wurde im 16. Jahrhundert ein Zeughaus errichtet, das im 18. Jahrhundert barock umgebaut wurde. Und als in der Albertstadt ein neues Arsenal in Betrieb genommen worden war (das heutige Militärhistorische Museum), wurde das alte Arsenal zum Museum umgebaut. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat das Albertinum bereits viele Sammlungen beherbergt- teils auch der Not geschuldet, da Dresden bekanntlich stark zerstört war. Neben den Neuen Meistern und der Skulpturensammlung befanden sich hier einst unter anderem nach dem Zweiten Weltkrieg das Grüne Gewölbe, die Rüstkammer, die Porzellansammlung und das Münzkabinett. Natürlich konnten immer nur Auszüge gezeigt werden- aber die meisten Museen präsentieren ja nur einen Teil ihrer Schätze, das meiste befindet sich in Depots. Beim Elbhochwasser 2002 drang Wasser in die unterirdischen Lagerräume des Albertinum. In der Folge erfolgten von 2006 bis 2020 ein Umbau mit Sanierung, das Albertinum wurde neu konzipiert. Und zwar so, dass es sich heute als Museum der Moderne, der Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert. Neben dem Eingang an der Brühlschen Terrasse wurde ein neuer Zugang am Georg-Treu-Platz geschaffen. Betritt man das Albertinum durch diesen, kommt man erst an einem Schaudepot der Skulpturensammlung vorbei- nicht nur großes, sondern größtes Kino. Ein überdachter großzügiger Lichthof beherbergt ein kleines Café, den Shop und die Kasse, außerdem zahlreiche Sitzmöglichkeiten. Nach rechts geht es in einen Bereich der Skulpturensammlung (die Skulpturen bis 1800 werden mittlerweile im Zwinger gezeigt), nach links nicht nur zu den sanitären Anlagen und den Schließfächern, sondern auch zum Zugang zu den anderen Bereichen. In der Skulpturenhalle ist man den Skulpturen, die durchaus von großen Namen stammen, sehr nahe. Beispielsweise Rodin und Lehmbruck findet man hier, aber auch Kunst der DDR. In den Obergeschossen findet man zum einen Klingersaal und Mosaiksaal, in einem Übergangsbereich zum Sonderausstellungbereich befindet sich ein Schaudepot. Zum anderen gibt es einen Rundgang, der - je nachdem, in welcher Rundgang ihn begeht - einen Bogen zwischen zwei bedeutenden Künstlern mit besonderem Dresden-Bezug schlägt. Einerseits Caspar David Friedrich, andererseits Gerhard Richter. Aber diese beiden sind natürlich nicht die einzigen Künstler, die gezeigt werden. Dix, Slevogt, Modersohn-Becker, van Gogh, Gaugain, Dahl, Monet, Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Böcklin, Klinger wären adere Namen. Von vielen. Insbesondere im Klinger- und im Mosaiksaal werden Gemälde und Plastiken gut zusammen- und gegenübergestellt. Wer Kunst mag, der sollte, wenn er in Dresden ist und genug Zeit hat, ruhig auch das Albertinum besuchen. Denn es lohnt sich- und hier ist sicherlich deutlich weniger los als bei den Alten Meistern. read more































