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From Michael's review
Apr 28, 2017
Nach dem Besuch des Museums der Stadt Worms im ehemaligen Andreasstift bot es sich an, auch die einstige Stiftskirche St. Andreas zu besuchen. Nicht, weil ich mir vorgenommen hätte, alle Kirchen, die die Wormer Innenstadt bietet, zu betreten (was auch gar nicht ging, da zum Beispiel die Magnuskirche wegen Ostervorbereitungen verschlossen war) - aber die Andreaskirche lag nun einmal direkt vor Ort. Und ist jetzt auch nicht wirklich die jüngste Kirche in Worms. Allerdings war der Besuch einer, der mir allein schon deshalb in Erinnerung bleiben wird, weil der Zugang gar nicht so einfach war. Nach dem Durchlaufen des Museums hatten wir zunächst das Lapidarium im Kreuzgang angeschaut- und für mich lag es auf der Hand, dass man sicherlich durch die Tür zum Kreuzgang hin in die Kirche kann. Ging aber nicht, die Tür war verschlossen. Wir mussten zurück ins Museum, wo sich vom Eingang aus links eine eher unscheinbare, nicht wirklich näher beschriftete Tür befindet, durch die man in die Kirche gelangt. Nicht wirklich der Hit, dieser Zugang. Zumal man es wirklich nicht ahnt. So what. Wenn man in die Historie schaut, dann ist St. Andreas eine der älteren Kirchen der Nibelungenstadt. Eine erste Kirche wurde um das Jahr 1000 als Bergkloster vor den Toren der Stadt errichtet. Doch der nicht wirklich unwichtigte Bischof Burchard verlegte die Kirche in die Stadt zum heutigen Standort. Der ursprüngliche Bau hier hielt nicht ewig. Etwa zwischen 1180 und 1200 wurde eine neue romanische Kirche errichtet. Und zwar eine dreischiffige romanische Basilika mit geradem Chorabschluss und ohne Querschiffs. Die dann später mehrere gotische Umbauten, unter anderem gotische Fenster, erhielt. 1689 sorgte der Pfälzische Erbfolgekrieg auch in Worms für starke Zerstörungen und Verwüstungen, Stift und Stiftskirche St. Andreas blieben da nicht die einzigen Orte, die stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Erst gut 70 Jahre später erfolgte die Wiederherstellung. Allerdings sollte das Stift als solches nicht mehr lange und Betrieb sein, im Zuge der Säkularisation erfolgte die Auflösung. Stiftsgebäude selbst und Stiftskirche wurden anderen, weltlichen Zwecken zugeführt. Kaserne, Getreidelager, Fruchthalle, Feuerwehr und sogar die Aufbewahrung des städtischen Leichenwagens waren Nutzungen... Dank eines Gönners wurden Stift und Kirche von 1928 bis 1930 wieder hergerichtet, das Museum der Stadt Worms zog ein. Allerdings erfolgte am Ende des Zweiten Weltkriegs erneut eine Zerstörung. Immerhin erfolgte bereits von 1945 bis 1947 der Wiederaufbau. Seit einigen Jahren laufen erneute Sanierungsmaßnahmen. Vermutlich durch die Sanierungsmaßnahmen bedingt, hat mich das Innere der Andreaskirche kürzlich am Karsamstag nicht wirklich vom Hocker gerissen. Dass Einrichtungen teils abgedeckt sind, kann ich grundsätzlich ja verschmerzen, aber teils sah es fast aus wie eine Rumpelkammer. Informationen vor Ort waren eigentlich komplett Fehlanzeige gewesen. Leider kann es ich letztlich nur drei Sterne vergeben. Das Potenzial für den vierten Stern hat die Kirche zwar, aber dafür muss erst mal zum Beispiel ein wenig aufgeräumt werden. Und vor allem bedarf es Informationen vor Ort. read more















