




















8 of 21
From Andrea's review
Jan 19, 2016
Frischeküche in Panoramalage, geliebt von Gästen sowie Einheimischen. Von FALSTAFF ausgezeichnet. Die Küche ist ambitioniert, fehlerfrei (!) und lebt von ihren frischen Zutaten und einem italienischen sowie einem slow food-Anklang. Man wird bei jedem Bissen angenehm in eine nächste Geschmacksdimension entführt. Das Carpaccio kam mit delikater Walnußmarinade, gehobeltem Asmonte und schwarzen Nüssen, ein Löfferl schneeweißer Rettich in feiner Obersmarinade kam auch unter dem Rucola zum Vorschein, ich war verblüfft, denn der stand nicht auf der Karte, und doch, er paßte vortrefflich. Die gebratenen Rotschalengarnelen mit Couscous-Melonensalat, Schwarzwurzeln und Marillen-Chutney mundeten ebenfalls. Das geschmorte Schultermeiserl vom Almochsen in Rotweinsoße mit rahmigem Speck-Wirsingkohl, Nußnockerln und glasiertem frischen Gemüse war so wunderbar mollig komponiert, daß wir uns beinahe verschlangen vor Wollust. Die Teller sind ziemlich voll belegt mit dem Essen. Ein optisch rhythmisierendes "Nichts" - dem asiatischen Sinn für Leere huldigend - gibt es nicht. Nach einem kurzen Staunen fand ich für mich eine Erklärung dafür: Ein Loch im Arrangement würde die Stammgäste vielleicht beunruhigen. In dieser Gegend wurde jahrhundertelang Schwerstarbeit verrichtet, ob als Waldpfleger, Wilderer oder 12-fache Mutter. Und Stammgäste hat das Lokal offenbar viele, sogar aus der Bezirkshauptstadt reisen die Genießer an. Das Brotkörbchen war bestückt mit aromatischen Brotsorten, wunderbar flaumig und krachend. Zur Vorspeise wurden Oliven- und Walnußöl und zwei Essigsorten bereitgestellt. Die Getränke waren perfekt gekühlt (beachtlicher offener Grüner Veltliner), es gab auch wie selbstverständlich einen Krug Gebirgswasser. Der aufmerksame und höfliche Herr vom Service hatte alle Hände voll zu tun, er servierte z.B. immer an 4er-Tischen alle Gerichte gleichzeitig. Sehr professionell. Der tüchtige Ungar ließ uns allerdings den ganzen Abend jenen Charme vermissen, den wir so an den Vorderstoderern lieben. Trotz des überdurchschnittlich guten Essens herrschte unkapriziöse Stimmung. An der Bar saßen ein paar kontaktfreudige einheimische Bauern. Am nächsten Tag kamen wir gleich nochmal zu Kaffee und Kuchen und wurden wieder positiv überrascht: der Kuchen kam einen Hauch angewärmt an den Tisch, das bereicherte das Geschmackserlebnis ungemein. Auch der Kaffee war wirklich aromatisch. Ich muß da bald wieder hin. Die Fleischlosküche klingt nämlich auch vielversprechend (z.B. orientalisch, mit Kokos), und Vorderstoder ist sowieso ein Glücksort mit Geheimtipp-Feeling. Unschlagbare Preise. Inneneinrichtung etwas unharmonisch und Tischtücher eher rudimentär. Kinderspielplatz. Sonnenterrasse mit atemberaubendem Blick auf das tote Gebirge. read more

