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From travelmaniac_mr-g's review
Apr 26, 2013
"Schade, der Name "Italiano" wird herrlich gegen die Wand gefahren - "Classico" sind hier nur die Namen der Speisen" Wir waren spontan an einem relativ kühlem April-Samstag im Classico Italiano am Neumarkt in Dresden zu Mittag eine Kleinigkeit essen.Das von der GK Gastronomie und Handels OHG betriebene zweigeschossige Lokal mit Freiterrasse auf dem gewölbten Kopfsteinpflaster vis à vis zur Frauenkirche lebt natürlich in erster Linie von den Touristenhorden, die die weltbekannte barocke Platzanlage Tagein-Tagaus bevölkern. Sicherlich hat man vom lokaleigenen langgestreckten, aber relativ schmalen Balkon im 1. Obergeschoss eine grandiose Sicht beim Essen. Seitlich an der Frauenkirche vorbei schweift der Blick vom Grand-Hotel De Saxe (Steigenberger-Gruppe) über die wiedererstrahlte Heinrich-Schütz-Residenz bis zur weniger strahlenden Umbaukulisse des sozialistischen Beton- und Glasklotz des Kulturpalastes.Zurück zum Restaurant: Das trübe Aprilwetter sorgte für weitgehend freie Platzwahl im Erdgeschoss. Servicekräfte scheinen trotzdem nicht allzu reichlich gesät worden zu sein für diese Schicht. Man sieht zwar immer mal wieder ein paar Damen herumwuseln, aber von Glanzstücken der Servicebereitschaft und Effizienz ist man hier noch weit entfernt. Vermutlich wird der Tagesbetrieb zum überwiegenden Teil mit angelernten Pauschalkräften über die Bühne gebracht.Als eine Kellnerin rund 15 Minuten nach Einnehmen des Sitzplatzes endlich einmal den Weg zu meinen Tisch fand um die Getränkebestellung aufzunehmen, teilte ich ihr sogleich mit, dass ich noch auf jemanden warten würde und somit die Bestellung der Speisen erst später erfolgt. Trotz dieses Hinweises ließ sich die junge Dame nicht davon abbringen sogleich noch die Tischeindeckung des Sitzplatzes gegenüber von mir mitzunehmen, was sie nur zögernd abbrach, nachdem ich ihr gegenüber eindringlich wiederholte, dass noch jemand kommen würde und dieser auch durchaus Besteck benötigen könnte. So eine unterirdische Geste hat echt Seltenheitswert - absolut daneben! Anscheinend wird hier wirklich jede Besteck-Einheit dringend benötigt. Der bestellte Ginger Ale kam dann glücklicherweise doch relativ zügig und wurde aus der Margon-Flasche ins Glas eingefüllt. 2,60 € für eine 0,25ler-Flasche zu berechnen, ist sicherlich schon das grenzwertige Ende der Fahnenstange, aber irgendwie müssen die sicherlich hohen vierstelligen Mietkosten für das Lokal durch die Gäste ja wieder reingespielt werden. Und das funktioniert bei den Beverages natürlich immer am besten. Dessen sollte man sich bei allen Lokalen rund um der Frauenkirche bewusst sein.Als mein Gast dann anwesend war, durften wir weitere 20 Minuten warten, bis sich erneut eine Servicekraft gnädig zeigte, die zweite Getränkebestellung aufzunehmen. Also besser nicht riskieren nochmal eine ähnlich lange Zeit damit zuzubringen, irgendwie Augenkontakt mit den vorbeirennenden Kellnern aufzunehmen zu können - dachten wir uns - und bestellten die Speisen sogleich mit. Als wir uns zufällig im Erdgeschoss des Lokals umdrehten, entdeckten wir, dass schräg hinter unserem Rücken an der Wanddecke eine Überwachungskamera installiert ist. Somit werden alle Gäste des Erdgeschosses in jeder einzelnen Bewegung festgehalten. Viel bedenklicher ist jedoch aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht, dass damit auch das Personal einer dauerhaften Überwachung schutzlos ausgeliefert ist. So etwas hat echt Seltenheitswert! Uns veranlasste diese Dauer-Beobachtung zur Flucht auf die Freiterrasse vor dem Lokal. Bleibt die Frage offen: Wozu dient diese Überwachung? Soll sie potenzielle Zechpreller abschrecken oder steckt mehr dahinter?Die Speisekarte an sich zeigt sich natürlich recht ausführlich, was bei den klassischen Pasta-Gerichten und der Pizzen-Auswahl auch keine große küchenlogistische Kunst ist. Preistechnisch bewegt man sich bei den Pizzen von 6,80 € (Pizza alla Margherita) bis hinauf zu 11,50 € (Pizza Rucola mit Mozzarella, Parmaschinken und Parmesanstreifen). Bei den Pastagerichten kann man zwischen 7,50 € (Spaghetti Napoli) und 12,50 € (Rigatoni Classico mit Rinderfiletspitzen und Steinpilze) investieren. Die Fischgerichte oszillieren zwischen 14 und 19,50 €. Bei den Dolci (Desserts) folgt lustigerweise auf die Panna cotta ohne Lücke und Atempause die Dresdner Eierschecke in der Speisekarte. Ohne die geht es wohl selbst beim Italiener nicht ... im Land der Kaffeesachsen :DDie Internetseite des Lokals wirbt damit, dass alle Speisen frisch angerichtet werden, was natürlich sehr löblich ist. Aber anscheinend ist im Küchenbereich einfach nicht genügend Kapazität vorhanden, um zeitgleich und adäquat gemäß der vorhandenen Sitzplätze auch tätig werden zu können ohne große Warteschlangen-Listen bei den Gerichten.Alle Gerichte sind durchnummeriert. Das lässt schon ein leichtes China-Imbiss-Feeling aufkommen. Und einige ältere Herrschaften an den Nachbartischen ließen sich auch nicht lumpen, sogleich mit "Für mich die 33 bitte!" zu bestellen. In diesem Momen... read more































