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From Andreas' review
Jul 17, 2007
Hamburg hat leider nicht mehr viele alte Häuser. In den meisten anderen Städten liegt so etwas am Wüten des zweiten Weltkrieges der hat hier aber nur eine Arbeit vollendet, die etwa 100 Jahre zuvor bereits begonnen wurde: Im Jahre 1842 brannte fast die komplette Innenstadt in einem mehrere Tage währenden Großfeuer ab, nur wenige Bauten konnten gerettet werden. Unglücklicherweise wehte in jenen Tage ein starker Wind aus Südwest und im Hause Nr. 42 der Deichstraße brach ein Feuer aus also gerade am Südwestliche Altstadtrand so dass von hier aus wirklich fast die komplette Stadt vom Feuer überweht wurde. Aus diesem Grund ist die Deichstraße eine der letzten Straßen Hamburgs, in der noch Häuser aus der Zeit vor dem Brand erhalten geblieben sind. Auch die Sanierungswellen des 20. Jahrhunderts zerstörten hier nicht mehr viel, ein Glück, man kennt ja die Abrißmentalität der Hamburger Politiker, denen Geld immer höher als Kultur steht, egal wie fein Manieren und Anzugtuch auch sein mögen. Gegen Planungen, die Häuser der Deichstraße dann doch abzureißen, bildete sich um 1970 der Verein "Rettet die Deichstraße". Ihm ist es zu verdanken, dass die alten Häuser aus dem 16. und 17.Jahrhundert hervorragend restauriert wurden und Hamburg noch eine historische Durchgangsstraße auf dem Weg vom Rathaus zur Speicherstadt besitzt. Aber zur Historie: Der Name der Straße erinnert an die etwa um 1200 begonnene Eindeichung des Elbvorlandes an der Alstermündung. Die Häuser lagen ursprünglich auf der Deichkrone und waren direkt bis an das Flussufer gebaut. So konnte man mit Transportkähnen direkt an die Hauswand gelangen und die Waren über kleine Kräne in einen der Speicherräume der Häuser transportieren. An vielen Häusern sind diese Kräne noch heute unter dem Dachgiebel zu erkennen. Die Häuser der Deichstraße hatten meist im Erdgeschoss große Türen sowohl zur Wasser- als auch zur Straßenseite, so dass das Erdgeschoss als Durchgangslager diente (oder auch als Verkaufsgeschäft. Die Wohnungen der Kaufleute befanden sich oft in den darüber liegenden Stockwerken, oft wurden aber auch die höher gelegenen Räume als Speicher genutzt wie man es auch in der historischen Speicherstadt sehen kann. Das Nikolaifleet an der Rückseite der Häuser ist der ursprüngliche Flusslauf der Alster. Es fällt bei Ebbe oft trocken, ein interessantes Erlebnis, wenn man beispielsweise auf dem Ponton eines Restaurants sitzt (z.B. Ti Breizh) und unmerklich von Flut zu Tide herabsinkt, sich plötzlich nicht mehr auf dem Wasser sondern 2 Meter tiefer im Schlick befindet und den Seevögeln beim Wattwaten zuschauen darf Am schönsten ist natürlich, dass es hier noch diese alten, verzierten Fachwerkhäuser gibt, vierstöckig, mit hochgezogenen mittelalterlichen Giebeln, schief und krumm, sich fast übers Wasser lehnend, im Inneren durchzogen von massiven Holzbalken, die wohl noch Jahrtausende halten werden, auf der anderen Seite eine enge Pflastersteingasse bildend in Süd- oder Mitteldeutschland wäre das wohl nicht so besonders. Für Hamburger ist es ganz speziell und eine Art Urlaub in die Historie der eigenen Stadt, die uns sonst überall so fehlt. UPDATE 30.7.: neue Fotos read more































