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From Reinhard's review
May 25, 2008
Der Dom St. Petri ist eines der bedeutendsten Bauwerke in Schleswig-Holstein und sein 112 Meter hoher Turm ist schon von weitem zu sehen, er bestimmt die Silhouette der Stadt. Von verschiedenen Aspekten her ist er sehenswert, ich will versuchen dem Bericht eine Struktur zu geben. Der Dom als Attraktion Der Turm kann gegen eine Spende von 1,50 EUR bestiegen werden. 241 Stufen führen nach oben. Von der Aussichtsplattform in 65 Metern Höhe, kann man zu allen Seiten durch Fensterscheiben hindurch über die Stadt und die Schlei sehen. Über der Aussichtsplattform hängen die Glocken, darüber geht es noch höher. Ganz oben soll dann nur für ca. 7 Personen Platz sein, aber hierher und zu den Glocken hat man nur im Rahmen besonderer Führungen Zutritt. Der Dom als Grabstelle für Adlige Ab dem Ende des 15. Jhdts. fanden die Herzöge von Gottorf hier in der sog. Fürstengruft ihre letzte Ruhe. Im heute unzugänglichen Untergeschoß ruht König Friedrich I von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein (1523-33) mit seiner Frau Sophie von Pommern, Herzog Hans d.Ä., Herzog Adolf (1544-86) Fürstbischof Friedrich (1551-56) mit ihren Familienangehörigen. Als beim Tod Herzog Friedrichs III. (1616-59) es hier zu voll wurde, ließ Herzog Christian Albrecht (1659-94), Sohn Friedrichs III das Obergeschoß eben als sog. Fürstengruft herrichten. Hier ruht jetzt also Friedrich III mit Frau, Christian Albrecht, Friedrich IV, Landgraf Carl von Hessen mit Frau (1744-1831) und Friedrich Wilh. Paul Leopold von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg mit Frau (1785-1831) Der Dom aus künstlerischer Sicht Die künstlerische Gestaltung der Fürstengruft nahm Artus Quellinus d.Ä. aus Amsterdam vor, das Kenotaph (also Scheingrab) Friedrichs II. wurde vom flämischen Bildhauer Cornelis Floris II. zwischen 1551 55 errichtet. Der berühmte Altar, ursprünglich in der Stiftskirche Bordeholm aufgestellt wurde von Hans Brüggemann zwischen 1514 21 erschaffen. Der Altar wurde aus Eichenholz gefertigt und ist 12,60 Meter hoch , 7 Meter breit und schildert (nach Holzschnitten aus Dürers Kleiner Passion) mit 392 Figuren die biblische Passionsgeschichte von der Gefangennahme Jesu bis zu Christi Himmelfahrt. Im Mittelfeld sind Kreuztragung und Höllenfahrt durch größere Formate hervorgehoben. Himmelfahrt und Pfingsten werden auf den Seitenflügeln abgebildet. Neben dem hochgezogenen Mittelteil sind Adam und Eva dargestellt. Über allem schwebt Christus als Pantokrator. 1666 kam der Altar nach Schleswig. An der Restaurierung des Altars Ende des 19. Jahrhunderts in Flensburg war der junge Emil Nolde beteiligt. Von Brüggemann ist auch die mehr als 4 Meter hohe Plastik des Hl. Christophorus nahe dem Petri-Portal. Zwei Gemälde vom Barockmaler Jürgen Ovens sind bedeutend, die Hl. Familie mit dem Johannesknaben (von 1669),die sog. Blaue Madonna und das Gemälde Sieg des Christentums über die Finsternis. Außerdem spricht man von zwei anderen Kunstwerken besonders, dem Gemälde Die Anbetung der Hirten von Hans Grohs aus 1918 und dem Marienaltar-Triptychon von Max Kahlke aus dem Jahr 1927. Vom Chorgestühl im Hohen Chor und der Triumphkreuzgruppe auf dem Lettner kennt man den Künstler nicht genau, hier spricht man von einem anonymen Meister, dem sog. Magister rusticus. (Anf. 16. Jhdt.) Der Dom als Baustelle 948/89 errichtete der spätere Kaiser Otto I. drei Bistümer: Ripen, Arhus und Schleswig. Die Hauptansiedlung war aber noch auf der anderen Seite und südlicher die Handelsmetropole Haithabu. Hier hatte der Nordlandapostel Ansgar bereits um 850 eine Kirche bauen lassen. Um 1000 herum etwa verlagerte sich die Ansiedlung mehr an die heutige Stelle der Altstadt. Der Standort des ersten Domes ist aber ungewiß. Verbürgt ist dann aber 1134 die Grundsteinlegung als Granit/Tuff-Pfeilerbasilika. Ob die Basilika fertig war, bevor man den ersten Umbau zu einer gotischen Hallenkirche vollzog ist wiederum auch nicht klar. Um 1220/30 wurde die sog. Kanonikersakristei als Teil eines größeren, später abgebrochenen Gebäudekomplexes am nördl. Querhaus errichtet. Um 1240/50 erhielt das romanische Querhaus seine Einwölbung mit den charakteristischen Spitzkuppeln. 1270 spricht man dann von der Fertigstellung als gotische Hallenkirche. Am Ende des 13. Jhdts. veranlasste Bischof Berthold die Erweiterung des Hohen Chores, um 1300 hatte der Dom im wesentlichen seine heutige Innenraumgestalt. Im 14. und 15. Jahrhundert folgten die Errichtungen großer Anbauten. Unter Bischof Johannes 11. Bockholdt entstand der dreiflügelige Prozessionsgang, seit alters her Schwahl genannt. (Schwahl= niederdeutsch-dänisch: kühler Gang) Ein Gesamtkunstwerk, das im Ostseeraum einzigartig sein soll, wie Walter Körber schreibt, von dem ich einige Formulierungen hier übernommen habe. Die schon angesprochenen Einrichtungen der Fürstengruft entstanden Ende des 15. Jahrhunderts. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Dom jetzt reich mit Kunstwerken ausgestattet. Die letzten deutlichen Änderungen erfolgten read more

