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From Michael's review
Apr 3, 2015
Es gibt heutzutage genug Herausforderungen. Nicht nur für uns alle. Sondern auch für die Kirchen. Es ist sicherlich kein Wunder, dass sich die beiden großen christlichen Kirchen darum zu kümmern versuchen und es zunehmend niedrigschwellige Angebote in recht zentralen Lagen deutscher Innenstädte gibt. Ein bisschen etwas Besonderes ist es schon, wenn eine Kirche mitten in der Fußgängerzone steht. Um so mehr, wenn sie zunächst nicht unbedingt nach Kirche aussieht. Und dabei sogar noch die Konkathedrale eines katholischen Bistums ist. Ich spreche von St. Eberhard in Stuttgart. Geht man die Königstraße entlang, in der sich Filialist an Filialist reiht und sich die Leute mitunter vermutlich fast schon stapeln, dann muss man schon genauer seitlich schauen, um auf der vom Hauptbahnhof aus gesehen linken Seite eine Kirche zu erblicken. Denn St. Eberhard springt nicht wirklich hervor. St. Eberhard ist nicht nur, wie gesagt, Konkathedrale des Bistums Rottenburg-Stuttgart (dies allerdings erst seit 1978), sondern die erste im postreformatorischen Stuttgart errichtete katholische Kirche. Man schrieb den Beginn des 19. Jahrhunderts, als erstmals im grundsätzlich ja doch eher protestantischen Württemberg (das allerdings im frühen 19. Jahrhundert erhebliche katholische Zuwächse erfuhr) wieder eine katholische Kirche errichtet wurde. Die Vorgabe war, dass Eberhard im Bart der Namenspatron sein solle- was nicht ganz so einfach war. Aber mit etwas Trickserei schaffte man doch ein Eberhards-Patronizium. Vom ursprünglichen klassizistischen Bau ist heute neben dem Grundriss nur noch das Türmchen mit Spitzkuppel erhalten. 1933/34 erfolgte eine neoklassizistische Umgestaltung. Nach den Kriegszerstörungen wurde der Wiederaufbau der Kirche mit dem alten Grundriss 1955 abgeschlossen, nach dem 2. Vatikanischen Konzil waren gewisse Umgestaltungen erforderlich. Die letzten größeren Umgestaltungen basierten dann auf der Erhebung der Kirche zur Konkathedrale. Betritt man die Kirche- was man eigentlich über ihre ganze Breite kann- findet man einen zunächst für eine Bischofskirche ungewohnt dezenten Innenraum vor. Prunk ist hier komplett Fehlanzeige. Der Altar ist modern, ein Altargemälde war kürzlich - sicherlich bedingt durch die Fastenzeit - nicht zu sehen gewesen. Links und rechts gibt es Gnadenbilder, die zum stillen Gebet einladen. Vom Eingang aus gesehen rechts neben dem Altar geht es zu einer Gedenkstätte für Pater Rupert Mayer. Dort findet man eine Büste, die von dem aus Worms stammenden Bildhauer Karlheinz Oswald in dem für ihn typischen Stil gestaltet wurde. Und eine wahnsinnige Ruhe erlebt man in dieser Kirche. Und dies, obwohl sie ja dort liegt, wo das Leben in Stuttgart nicht zu knapp zu pulsieren pflegt. Sowas mag ich- die Innenausstattung von schlichter Erhabenheit, dazu eine wahnsinnige Ruhe. Das einzige, was mir hier eher negativ aufgefallen ist, war der extrem starke Weihrauchgeruch im Eingangsbereich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich einst in Bethlehem wohl kurz vor einem Weihrauchflash stand- um ehrlich zu sein, hätte ich mich zu lange hier im Eingangsbereich aufgehalten, wäre mir vielleicht ähnliches widerfahren. read more

