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From Michael's review
Nov 22, 2015
Kunst im öffentlichen Raum, die meines Wissens jedenfalls früher bei öffentlichen Gebäuden vorgeschriebene "Kunst am Bau", ist nicht immer einfach. Aber wenn ein von einem Künstler geschaffenes Werk schon nach kurzer Zeit einen Spitznamen bekommen hat, der es nicht ins Lächerliche gezogen hat- ja dann hat es die Kunst irgendwie doch geschafft, auf sich aufmerksam zu machen. Der 1941 geborene pfälzische Bildhauer Gernot Rumpf, von dem in Mainz unter anderem auch die Ummantelung der Heunensäule sowie der Menschenfischeraltar in St. Peter stammen, schuf 1974/75 seinen "Glockenbaum", der vor dem Hochhaus des damaligen Kultusministeriums (Kultusminister war seinerzeit unter einem Ministerpräsidenten Helmut Kohl übrigens ein gewisser Bernhard Vogel), des heutigen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur aufgestellt wurde. Nähert man sich dem durchaus markanten Hochhaus von der Schießgrabenstraße oder der MIttleren Bleiche her, springt er einem eigentlich rasch ins Auge, der Glockenbaum- und man merkt auch gleich, warum er den Namen "Beamtenwecker" verpasst bekommen hat Denn der Glockenbaum besteht aus weitaus mehr als einer Glocke- und bei Wind ertönen Glockenklänge. Zudem steckt im Glockenbaum viel mehr Symbolik als man vielleicht beim flüchtigen Vorbeigehen ahnen mag. Die Gesamtform des Kunstwerks entspricht der Gestalt einer Äolsharfe erinnert, eines Symbols für Poesie. Die Wasserspritzdüsen an den Trägerarmen sollen an die Brüste der Diana von Ephesus, einer Göttin der Fruchtbarkeit, erinnern. Die Glocken sollen die unterschiedlichen Weltkulturen symbolisieren. Die 14 großen Glocken des Kunstwerkes sind Nachbildungen von berühmten Glocken aus anderen Ländern und Kulturen. In den 14 großen Glocken befinden sich insgesamt 68 Glöckchen mit Windscheiben-Klöppeln. Als das Gebäude des Ministeriums ertüchtigt wurde (die Sünden der 70er Jahre forderten ihren Tribut...), hat man auch den Glockenbaum etwas in Schuss gebracht. Ob hier noch regelmäßig Wasser fließt? Bei meinem Besuch im September 2015 sah es doch recht trocken aus und wirkte nicht so, als ob in den Wochen zuvor hier am Glockenbaum selbst Wasser geflossen wäre (abgesehen sicherlich von Regen). Wäre nicht die einzige Stelle in Mainz, in der nicht mehr so wie früher Wasser fließt. Aber der Glockenbaum wirkt auch ohne Wasser. read more

