Wenn die Nordsee sich nach Niedersachsen hineindrängelt, dann können grosse Buchten entstehen - oder eben Busen. Die Jade ist ein nur 22 Kilometer langer Fluss, der in den Busen mündet - ihn aber nur im geringem Masse mit Wasser versorgt. Das tut nämlich die Nordsee, die bei Ebbe und Flut den Jadebusen mit Wasser versorgt - so zählt die Bucht auch zur Nordsee, da der Salzgehalt des Wassers nur wenig unter dem der offenen Nordsee liegt. Der Jadebusen ist knapp 200 km² gross und unterliegt der Tide. Vom Fliegerdeich in Wilhelmshaven konnten wir mehrere Tage im Leben des Busens verfolgen: Wir sprechen hier nicht über offenes Meer, die Wellen sind minimal. Dazu bringt das häufig etwas trübe Wetter auch das Binnenmeer nicht wirklich zum Cote d´Azur - Strahlen - meist wirkt das Wasser etwas braun-suppig. Aber das kann sich - wie fast alles an der Nordsee - schnell ändern. Wie übrigens auch der Jadebusen selber, der immer wieder seine Lage und Ausdehnung veränderte bis der Mnesch ihn eindeichte - das erfolgte aber auch erst im 18.Jahrhundert. Damals hätte der Jadebusen auch bereits als Naturhafen getaugt, aber irgendwie kam es nie wirklich zu grösseren Schiffahrtsaktivitäten im Jadebusen - heute tuckern ein paar Fähren hin und her - Seefahrt ist das aber nicht. Durch die Tide gibt es immer wieder Wattflächen, die Seevögel anlocken - Seeschwalben, Brachvögel oder eben die gemeine Möwe. Badestrände gibt es am Nordufer des Jadebusens (also im Süden) und den Südstrand in Wilhelmshaven (im Norden). Was ich über mich selber gelernt habe: Ich mag die offene See lieber, die Wellen und das etwas Wildere. Der Jadebusen ist ein ruhiges Kleinmeer - was aber auch ein See sein könnte. read more