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From Andreas' review
Feb 14, 2011
Die meisten Besucher Basedows beschäftigen sich in erster Linie mit dem Schloß, das definitiv sehr sehenswert ist viele versäumen es, die kleine Kirche des Ortes zu besuchen, die von außen zunächst eher unscheinbar aussieht, aber mehr Schätze bietet als viele weitaus größere Bauwerke. Das liegt in erster Linie an der Familie Hahn-Basedow, die über Jahrhunderte große Mengen Geld in ihre Kirche investierte. Das Bauwerk selbst wird ins 13. Jahrhundert zurückdatiert. Der älteste Teil der Kirche ist der nach Osten ausgerichtete Chor, der im mittleren 13. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet wurde. Im 15. Jahrhundert wurde das Bauwerk mit einem dreijochigen Kirchenschiff aus Backstein erweitert. Aus dem 16. Jahrhundert stammt schließlich die aufwändige Innengestaltung, darunter mehrere reich verzierte steinerne Epitaphe der Familie Hahn und ein Reliefaltar von 1592 aus Sandstein an der Ostwand des Chores, der Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung Christi darstellt, des weiteren zahlreiche verzierte Grabplatten. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die Kanzel (1691) und der meines Erachtens größte Schatz der Kirche, älteste erhaltene Barockorgel in Mecklenburg. Sie wurde 1680-83 von den Orgelbaumeistern Samuel Gercke aus Güstrow und Heinrich Herbst (Vater und Sohn) aus Magdeburg errichtet, beraten wurden sie durch Arp Schnitger. Die um 1980 renovierte Orgel ist ein ungewöhnliches Kunstwerk, das dem Betrachter vermutlich bei langweiligen Predigten viel Vergnügen bereitet haben mag jedenfalls kann ich mir bildhaft vorstellen, wie erheitert einer der Fürsten von Hahn wohl war, wenn er nach einem Sermon über Bußfertigkeit und Demut auf die vielfältigen Malereien und Ornamente der Orgel blickte und sich beim Spiel an einer speziellen Darbietung ergötzte, nämlich dem Einsatz der Basedower Löwen, zweier hölzerner Löwenköpfe, die bei Einsatz des Principal-Registers16' die Zungen herausstrecken und wild mit den Augen rollen ein unchristlich anmutendes und sehr fröhliches Schauspiel, dessen Existenz nur damit zu erklären ist, dass dieses eben die Hauskirche des Fürstengeschlechtes ist und der Geldgeber bestimmte auch hier die Hauspolitik. Über die Orgel sollte noch gesagt sein, dass sie vom Volumen und Ausmaß eher für eine Kathedrale konzipiert ist 18000 Pfeifen sollen es sein, so sagte man uns und das Bauwerk musste extra für das Instrument verändert werden, so dass viele Pfeifen in Mauernischen versteckt sind. Allein diese Orgel ist einen Besuch, bzw. auch eine lange Anfahrt wert, denn etwas Vergleichbares habe ich nie gesehen!! read more






