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From kupfertopf's review
Sep 4, 2013
Allgemein Wer spät kommt und lange bleibt, wird nicht immer bestraft. Samstags halb acht abends. Der Koch steht vor der Tür auf der Straße, schaut sich um, bindet die Schürze ab, zieht das letzte Mal an seiner Zigarette und geht wieder hinein. Unser banger Blick in die Fenster überzeugt uns sofort: Stoffservietten auf den Tischen. Bedienung Der erste Blick der jungen Frau hinter dem Tresen war etwas verhalten, aber am Tisch jedoch die pure Freundlichkeit. Der Akzent kam von der anderen Seite des Grenzflusses. Auf mein Fragen wurde bestätigt, dass ein polnischer Inhaber und Koch und Service den Gasthof betreiben. Aha, nach Westpreußen nun auch die Lausitz. Nein, nein. Alles wurde sehr höflich-freundlich in sehr guter Verständigung abgewickelt. Wir wunderten uns, dass der Koch nach unserer Bestellung wieder seine Schürze umband und den Stromsicherungskasten anschmiß. Die Strichlisten-Rechnung gab es auf einem Likör-Werbezettel. In der Zwischenzeit hat die junge Frau fleißig hinter dem Tresen alles geputzt, was zu putzen war. Der Koch zog sich wieder um und räumte alles möglich hin und her. Wir wunderten uns, aber fühlten uns wohl. Wir gingen gutgelaunt kurz vor neun. Wieder draußen beim Blick auf die Öffnungszeiten sah ich, dass wir die Schließzeit um eine Stunde überschritten hatten. Hochachtung: der Gast scheint hier König zu sein´... Hiermit eine späte Entschuldigung. Die abendliche schnelle Schließzeit hatten wir eben nicht vermutet. Das Essen Die Speisekarte ist nicht sehr lang und bietet einfachen Gerichte: Kotelett, Quark und Kartoffeln, Rippchen, aber auch einige polnische Gerichte. So unbekannt sind die aber eigentlich nicht. Ein wenig Baukastensystem: unterschiedliche Beilagen zu verschiedenen Gerichte. Die Lieferanten jenseits der Grenze ermöglichen ein günstiges Preisniveau.Das teuerste Gericht kostet EUR 6,90. Die Gerichte kommen nicht zu schnell. Ein schiefer Blick durch die Küchentür zeigte handwerkliche Tätigkeit. Beide Gerichte waren einfach, aber in dieser Einfachheit sehr wohlschmeckend. Wir waren zufrieden. Bei den Portionsgrößen kann man durchaus ein Gericht als Vorspeise und ein zweites als Hauptgang nehmen. - Gulasch mit schlesischen Knödeln (kleine plattgedrückte Kartoffel-Mehl-Klöße, Kennzeichen: ein eingedrücktes Loch)- Dreierlei Pirogen (Füllung: Champignon-Sauerkraut, Fleisch, Quark)Bei beiden Gerichten die gleichen Beilagen: Rotkraut, Grüne Bohnen, Salatgarnitur. Das Ambiente Der Gasthof wurde vor über hundert Jahren als Ausspanne und zur Labsal der Reisenden gegründet. Der Antriebsartenwechsel vom Pferd zum Ottomotor und der Wechsel der Reisegewohnheiten brachten Einschnitte. Heute wird nur noch gegessen und getrunken. Auf dem schmalen Hof, wo früher die Pferde standen, ist heute ein unerwartet gemütlicher Biergarten. Der über Eck liegende Gastraum ist schön renoviert, ohne die Geschichte zu zerstören.Manches Detail ist nicht neu, aber liebenswürdig. Das Stuhl- und Tischmobiliar ist bequem, die umlaufenden Bänke erzeugen Gemütlichkeit. Auf den Tischen frische Rosen - ein Muss in der Rosenstadt Forst. Die vielen Zeugnisse aus der Forster Geschichte an den Wänden wären einen gesonderten Besuch wert. Alle Tische sind voll eingedeckt. Sehr schön anzusehen in der Mischung von Tradition und Sorgfalt. Kein Modernisierungswahn. Alles passt. Sauberkeit Nichts auszusetzen. Eine Toilette für alle. Das großstädtisch zelebierte Genderproblem ist hier gelöst.Und wenn die Tür zu ist, ist sie zu. Meine Frau meinte: sauber, duftend, gepflegt. read more





