Leicht könnte man "Lenis Café" übersehen, denn es befindet sich in keiner hochfrequentierten Einkaufsstraße. Der Standort ist dennoch gut gewählt, weil die Öffnung der neuen Universitätsbibliothek gleich gegenüber noch bevorsteht. Müde wie hungrige Studenten, die fleißig und aufgeweckt lernen wollen, dürften über eine Pause außerhalb der Bibliotheksräume glücklich sein. Erste Annäherungen werden bereits unternommen, nichtsdestotrotz sind die Wartezeiten noch kurz. Offenbar braucht es eine Weile, bis es sich herumgesprochen hat, dass man hier leckere Heiß- wie Kaltgetränke sowie kleine süße Sünden käuflich erstehen kann.
Bestellungen werden am Tresen aufgegeben und in der Regel dort auch abgeholt. Ein Gläschen stilles Wasser, z.B. mit Zitronenscheiben aromatisiert, steht jedem Gast kostenlos zur Verfügung. Freundlich und unaufdringlich wird der Gast mittels eines Schilds darum gebeten, benutztes Geschirr selbst abzuräumen.
Das Ambiente ist etwas zusammengewürfelt, erinnert mich an Elemente aus Retro, Romantik, Moderne und Minimalismus. Der Mix macht es. Hierzu passen auch die baulichen Elemente gut, wie die Fachwerkstreben als Raumtrenner oder die niedrige Deckenhöhe, verglichen mit der modernen Bauweise. So fällt mir der Begriff "nostalgisch" ein, wenn ich an dieses Café denke.
Allerdings fand ich es irritierend, dass der Cappuccino in einer Teetasse serviert wurde. Optisch ist das sicherlich ein Hingucker, ich frage mich jedoch, ob es nicht gute Gründe (wie z.B. möglichst lange die Wärme eine Getränks zu bewahren) für ein unterschiedliches Tassendesign und deren Nutzung gibt. Über den Cookie darf ich erfreut sagen, dass er anders als es sein Aussehen erwarten lässt, nicht zu süß war.
Ich sitze grundsätzlich gerne im Freien, empfehle hier aber die Sitzplätze drinnen. Das hat damit zu tun, dass das Café direkt an einer befahrenen Straße liegt und die wenigen Sitzplätze im Freien einen Teil des bereits schmalen Gehwegs ausmachen. Doch das sei natürlich jedem freigestellt. read more