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From Andreas' review
Aug 16, 2009
Horsten ist ein kleines Dorf, das mittlerweile zur Gemeinde Friedeburg gehört, aber eine recht lange Geschichte besitzt, die man angesichts der langen Straßen mit ihren recht einfachen Nachkriegsbauten nicht vermuten würde. Tatsächlich wurde hier ein großer Stein mit einem kunstvollen Sonnenrad gefunden, der beweist, das hier schon vor 3000 Jahren gesiedelt wurde. Was aber noch mehr erstaunt, ist die Tatsache, das Horsten früher ein wichtiger Hafen war. Man vermisst irgendwie Meer oder Wasser, bis auf ein paar Gräber ist nichts zu sehen und der Jadebusen mindestens 10 Kilometer von hier entfernt. Das Rätsel löst sich, wenn man weiß, dass die ostfriesische Küste früher völlig anders verlief und dass das Horster Tief erst mit er Zeit verlandete. Urkundlich erwähnt ist Horsten übrigens im Jahre 1134, als die Kapelle des Ortes dem Kloster von Reepsholt unterstellt wurde. Und die Mauritius-Kirche ist auch heute das älteste Bauwerk der Gemeinde, wenn sie auch nicht aus dem Jahr 1134 stammt, denn die damalige Kapelle war aus Holz und brannte im Verlauf kriegerischer Auseinandersetzungen um 1164 ab. Das heutige Bauwerk wurde in der Folgezeit erbaut und im Jahre 1250 fertig gestellt. Wer das einschiffige Bauwerk betritt, erlebt mittelalterliche Schlichtheit. Die weiß gekalkten Wände tragen keine weiter Bemalung, der Schmuck ist eher gering gehalten aber in jedem Fall hochrangig und interessant. Gleich im Eingang hinter dem Hauptportal an der Schmalseite der Kirche steht versteckt in diner Seitennische (verschlossen!) ein altes Uhrwerk aus dem 15. Jahrhundert, das bis ins 17. Jahrhundert genutzt, dann aber ausgemustert und auf dem Dachboden gelagert wurde, bis es 1981 wiederentdeckt wurde. Man restaurierte es und fügte eine kleine Glocke an. Bei unserem Besuch war der Küster so nett, das Werk zu präsentieren und per Hand die Gewichte aufzuziehen, so dass wir in den seltenen Genuss kamen, die antike Mechanik in voller Aktion zu erleben ein verwirrendes Spiel aus Zahnrad und Gewicht und plötzlichem Ablaufen des Schlagmechanismus. Ebenfalls im Eingangsbereich finden sich alte Grabsteine, die ursprünglich im Innenraum lagen sie zeigen noch intakte Wappen der hier ansässigen Adligen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Innenraum wird vom Altar beherrscht, dessen Sockel vermutlich der ursprüngliche ist der heutige Altar stammt von 1666 und zeigt Abendmahl und Kreuzigung. Sehr hübsch ist das gedeckelte Taufbecken. Das erstaunlicherweise äußerlich aus Holzschnitzereien in recht ländlichem Stil besteht. Erst nach dem Aufklappen kann man sein Innenlaben aus Messing sehen. Das Becken stammt von 1696. Ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert ist die Kanzel von Jacob Kröpelin, deren geschnitzte Felder die vier großen Feste Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Himmelfahrt darstellen. Zwischen 1731 und 1733 entstand die Orgel, ein ebenfalls mit reichhaltigen Schnitzereien verziertes Meisterstück von Samuel Schröder aus Jever, das 1985 umfangreich restauriert wurde. Wie häufig in dieser Region steht auch hier der Glockenturm übrigens separat vom Kirchenbau. Die Kirche ist leider meist geschlossen wer sie aber gern besichtigen möchte, kann sich an den Küster wenden, der zurzeit (8/2009) in der Kirchstraße 2 wohnt. Und wie gesagt: Es lohnt sich. read more

