






















13 of 23
From Lenz's review
Jul 20, 2008
(Siehe Foto unten) Schlappe 46,90 Euro Eintritt. Wie gut, dass ich Pressebegleiter war Willy DeVille (http://www.willydevillemusic.com/) gehört zu meinen Musikerfahrungen wie die Zahnbürste in meinen opalfarbenen Becher im Bad gehört. Also sind die Besuche seiner Konzerte eine feste Größe und eine gute Gewohnheit. Auftritte von ihm im rheinischen Raum habe ich noch nie versäumt. Über Jahre. Meist sind sie in Köln. Gestern gab er eine fantastische Open-Air-Darbietung auf dem Museumsplatz in Bonn. Und schon wieder war es die verschworene Gruppe, die man immer bei Willy trifft. Mensche, die seine Musik mögen. Rhythm and Blues, Rock n Roll, Cajun (http://de.wikipedia.org/wiki/Cajun-Musik) . Ich mag seine hagere Gestalt, sein asketisches Gesicht, seine pomadigen Haare. Sein Goldzahnlächeln. Seinen blitzenden Diamanten im Schneidezahn. Seine Rüschenhemden. Kurz, sein puertoricanisches Gehabe. Seine Marotten. Seine Kippe zwischen den gelblichen Fingern bei Balladen. Seine exaltierten Tanzeinlagen zwischen den harten Gitarrenklängen. Seine kuriosen Zwischenbemerkungen. Seine eigenwilligen Auftritte bei der Schlusshuldigung. Seinen Köter, den er sich wie einen Schal um den Hals legt, wenn der Beifall aufbrandet. Seine Frau mit der irren Blume im Haar, die er auf die Bühne holt. Einfach alles. (Siehe Foto unten) Willy DeVille, mit bürgerlichem Namen William Borsay Mittlerweile sind wir beinahe Freunde. Nicht wirklich, aber ich kenne ihn. Ganz gut sogar. Aus Erzählungen. So nächtigt ein Freund von mir, ein Fotograf, oft im Chateau Marmont (http://de.wikipedia.org/wiki/Chateau_Marmont_Hotel) am Sunset Boulvard in West Hollywood. Um Proms zu fotografieren. Und DeVille ist wie andere Stars da häufig anzutreffen. Willy spaziert also mit seinen dicken und kurzbeinigen Hunden, den er liebt Köter über alles, am Pool entlang. Mit einem Sixpack Budweiser. Morgens um Neun. Damals war er gerade wieder zum zigten Mal ob seiner Drogen in den Medien. Und er sagt zu meinem Freund: Ach weißt du, das mit den Drogen, das ist eine üble Geschichte. Ich habe total aufgehört. Nachts haben sie dann zusammen Gitarre gespielt und seitdem habe ich ein großes Polaroid mit einer Widmung. For Lenz oder sowas. Natürlich weiß ich um die Auf und Abs seiner Karriere, den ewigen Streit mit der Musikindustrie. Diese Branche ist Shit. Und Willy will einfach nur Musik machen. Das tut er neuerdings wieder sehr erfolgreich. Mit dem patenten Produzenten John Philip Shenale. Ich bilde mir auch ein, zu wissen, warum Willy Hey Joe (http://de.wikipedia.org/wiki/Hey_Joe) so ganz anders spielt als der fantastische Jimi Hendrix (http://de.wikipedia.org/wiki/Jimi_Hendrix) . Wie wir es aus Woodstock oder Monterey (http://de.wikipedia.org/wiki/Monterey_Pop_Festival) kennen. JimiVideo link: http://www.youtube.com/watch?v=m8Ebcx-mTnsaufreizend cool, lasziv, langsam, geradezu zerstörerisch. Willy wird sich gesagt haben, wenn sich schon mindestens sechsundvierzig ernstzunehmende Interpreten daran versucht haben, Wilson Pickett, Patti Smith, Eric Clapton, Lenny Kravitz, und sogar der große Hendrix, dann schrammle ich das so runter. Wie wir Beinahe-Puertoricaner halt so sind.Video link: http://www.youtube.com/watch?v=xLHWe1vukZ0von Willy DeVille ist großartig. Genauso wie Spanish Stroll, Love & Emotion, Italien Shoes. Oder jetzt eben die Stücke auf dem Album Pistola. Große schmierige Kunst. Schmierig gut. (Siehe Foto unten) Willy und seine Gitarre. Von der Großleinwand des WDR Der Museumsplatz war nicht ausverkauft. Konnte er auch nicht, denn am 23. März dieses Jahres gastierten Mink DeVille schon in der ausverkauften Bonner Beethovenhalle. Mit der Präsentation von Pistola. Aber der Platz zwischen den Museumsgebäuden war für die gefühlten 3.000 Zuschauer äußerst angenehm. Kies oder Plattierung als Untergrund. Ein pilzförmiges Zelt über dem Kopf. Angenehme gastronomische Einrichtungen. Und kein Gedränge. Sogar Platz zum Tanzen war da. Willy erschien beinahe pünktlich, und das hatte ich auch schon anders erlebt. Bei der Vorstellung seines Albums A Horse Of A Different im Kölner E-Werk zum Beispiel. Willy mit seinen sechs Bandmitgliedern schien erst etwas Mühe zu haben, die Routine abzulegen. Anscheinend ist Musiker ein Beruf wie jeder andere. Aber das von einem guten Freund? Bei Spanish Stroll wachte ich auf. Bei White Trash Girl er. Und das Stück war großartig. Gerade das. Seine neuen Einspielungen, die auf Pistola zu finden sind, waren allesamt bemerkenswert: So So Real. Been There Done That. When I Get Home. Louise. The Band Played On (zur Flutkatastrophe in New Orleans). You Got The World In Your Hands. I Remember The First Time. Stars That Speak. I'm Gonna Do Something The Devil Never Did. The Mountains Of Manhattan. Solides Mink-DeVille-Niveau. (Siehe Foto unten) Kunst ist Kunst, auch bei wenig Fotolicht (Siehe Foto unten) Die Backgroundsängerin Das lange Cadillac Walk hatte ich schon wesentlich besser gehört. Aber ich bin ja nur ein kritischer Freund. Bei read more

