Die neue katholische Propsteikirche St. Trinitatis liegt direkt am Martin-Luther-Ring.
Moment, das kann doch nicht sein. Eine katholische Kirche an einer Straße, die nach dem großen Reformator benannt ist? Da ist doch irgendwas falsch gelaufen?? Das muss man doch ändern.
Genau das hat man sich auch bei der katholischen Gemeinde gedacht und deshalb den Haupteingang auf die andere Seite gesetzt. Deshalb hat die Kirche jetzt die postalische Adresse Nonnenmühlgasse. Und mit Nonnen können die Katholiken ja gut leben. Also alles wieder gut.
Es ist die 3. Trinitatiskirche in Leipzig. Die erste, 1847 geweihte Kirche, stand in unmittelbarer Nähe zum heutigen Standort. Sie wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört, die Ruinen dann 1954 gesprengt. Nach dem Krieg nutzte die Kirchengemeinde verschiedene Kirchen für ihre Gottesdienste, so z.B. die 1968 gesprengte Universitätskirche und die Nikolaikirche Auf einen Neubau musste die Gemeinde bis 1982 warten. Und dieser war dann auch weit draußen in den Außenbezirken der Stadt und zu allem Überfluß auch noch voller Baumängel. Deshalb nutzte man die Chance, als die Stadt Leipzig das Grundstück auf dem Gebiet des im Rahmen der Reformation aufgelösten Nonnenklosters zum Kauf anbot.
Der erste Spatenstich erfolgte im Jahr 2012, geweiht wurde die Kirche der Dreifaltigkeit am 9,5.2015
Die Propsteikirche St. Trinitatis ist etwas ganz besonderes. Sie ist nämlich der größte Kirchenneubau auf dem Gebiet der ehemaligen DDR seit der Wende 1989. Und das im evangelischen Leipzig, wo die katholische Gemeinde gerade einmal 20000 Seelen zählt.
Auch architektonisch ist die neue Propstei ungewöhnlich. Ihr Grundriss ist nämlich ein Dreieck, mit der Spitze im Westen und der Basis, die die eigentliche Kirche bildet, im Osten. Aber das Dreieck ist nicht nur die Grundform des Kirchenbaus sondern auch Sinnbild für die Dreifaltigkeit. Und deshalb wird diese geometrische Form auch überall in der Kirche als Symbol angewendet. So ist das große Hauptportal mit einem Dreieck geschmückt, der Weihwasserkessel ist dreieckig, auch die Priesterstühle sind leicht dreieckig. Dieses Symbol des dreifaltigen Gottes zieht sich durch das gesamte Gebäude.
Ich finde, dass dieser Kirchenneubau sehr gelungen ist. Sehr schlicht, aber eindringlich. Man verspürt bei einem Besuch die Ruhe, die man sucht. Und das ist genau das, was eine Kirche ausmacht. read more