Mai und Ausflug zur Ostsee. Das ist in jedem Jahr etwas anderes. Manchmal hat der Winter lang gedauert und der Mai ist wie ein Erwachen aus langem Grau. Manchmal hat das Jahr wie heuer schon mannigfaltig in die Palette gegriffen und alle Farbschattierungen über uns ergossen und uns abwechselnd warme und kalte Duschen versetzt. Und jedes Mal ist die Fahrt an die Ostsee ein kleiner Aufbruch in eine neue Zeit, ein neues Überraschtsein über die Vielfalt der Natur. Und jedes Mal gibt es eine Konstante, die jedoch immer wieder durch ihre Üppigkeit verblüfft: Die tiefgelben Rapsfelder, die die Küstenregionen überziehen und die besonders im Klützer Winkel (hier bei Rosenhagen) sehr dicht gesät sind, so dass das Gelb oft ganze Hügelketten einzufärben scheint. Das Gelb von Raps ist eine Farbe für sich. Je nach Licht und Himmel scheint das Gelb einmal grau verschmutzt und trüb, dann wieder unter greller Sonne blendend und radioaktiv, am Nachmittag dann lieblich und lecker und immer wieder anders genau so ist es mit dem Duft: Aus der Ferne riecht man eine Spur und empfindet Süße und milden Honig, näher kommend wird es samtig und scharf zugleich, und nahe am Feld wird es bitter und streng, zu süß und herb zugleich doch manchmal hat man gar kein Problem mit diesem Übermaß an Duften. Ein seltsames Phänomen von überschwemmender Intensität, das man in keinem fall missen sollte. read more