In Köln spricht man miteinander - und daher erhielten wir den Tipp bei unserem nächsten Stuttgart Besuch das hippe Cube einmal auszulassen und ins eher konservative Plenum zu gehen. Solche Tipps nehmen wir gerne an und landeten dann hinter dem Schloss am Schlossgarten ebenda. Der Bau ist im typischen 70er Jahre modern Stil gehalten - rundum verglast und alles rechteckig, es gibt reichlich Platz. Unsere Reservierung wäre nicht nötig gewesen. Wir werden etwas schwäbisch zurückhaltend empfangen, können aber durch unsere rheinisch naive Art Boden gewinnen. Irgendwie ist es im Plenum so ein wenig altbacken, steif und zu gediegen für mich - aber Essen und Trinken schaffen dann schliesslich Abhilfe. Zwischen meiner Liebsten und mir liegen am grossen Dinnertable reichlich Platz und ein gestärktes Tischtuch. Als Appetithappen gibt es dreierlei verschiedenes Brot mit dreierlei Dipp - netter Beginn und da hat sich jemand Gedanken gemacht wie man den Hunger anheizt. Bei der Vorspeise besteht Einigkeit am Tisch: Das Tatar aus gutem Fleisch ist geschmacklich toll abgestimmt durch die darein geschnippelten Gurkenstückchen, sehr guter Auftakt. Guter Aufgalopp. Mittlerweile haben neben uns zwei Schwaben Platz genommen, von denen unterhält uns - eigentlich schwäbisch untypisch - einer mit seinen Beziehungsleidensgeschichten. Nehme nicht an, dass das vom Plenum als Reality Trash Show geplant war, unterhält aber und verkürzt die Wartezeit. Und da kommt sie: Die Hauptspeise. Mein Crispy Oktopus liegt auf einer süss-herzhaften Papaya Salsa und verträgt sich gut mit dem Drum und Dran. Der Arm ist etwas paniert (was nicht nötig gewesen wäre) und daher leider nicht so cross wie erwartet. Trotzdem ist es lecker und vor allem fruchtig/scharf, was gut zu Oktopus passt. Da mir der Sushireis dazu etwas zu eintönig schien, wählte ich die Trüffelfritten als side order - viel zu viel, aber ich liebe diese kleinen Fritten, sehr lecker. Gegenüber würde die Kalbsleber verspeist, mit Kartoffelpürre und einer angedeuteten Zwiebel-/Apfelsalsa. Pünktlich zum einsetzenden Sättigungsgrad kam die Beziehung unseres Tischnachbarn auch zum Ende - es wurde Zeit für uns beide die Rechnung zu ordern (meine fürs Essen, seine für den Lebensabschnitt - wobei seine deutlich höher auszufallen schien). Mittlerweile war die junge Servicedame etwas gelassener und die gediegene Atmo vertrug unsere Lockerheit auch etwas besser. Schöne Erfahrung aber beim nächsten Besuch ziehe ich mir ein Sakko an. read more