Die offizielle Bezeichnung dieser als "Schlanke Mathilde" bezeichneten Uhr lautet "Urania-Säule mit Normaluhr." Acht dieser Uhren wurden 1901 von der Berliner Firma "Normalzeit" an die Stadt Düsseldorf geliefert. Die Schlanke Mathilde ist das einzig übriggebliebene Exemplar.
Im September 2015 wurde die Uhr demontiert. Die Zeit für die im Rahmen des Kö-Bogen-Projektes erforderliche Fertigstellung des Gehweges seitlich des Corneliusplatzes sollte für die Restaurierung der Uhr genutzt werden. Denn diese Uhr war ziemlich in Jahre geraten.
Die Firma Wempe übernahm die Kosten für die Restaurierung. Das Uhrwerk wurde überholt, und die Säule erhielt einen neuen Anstrich. Anstatt in der alten grauen Farbe wurde die Säule mit einer dunkelgrünen Lackierung versehen. Der Adler, auf der Spitze des Uhrengehäuses wurde gesandstrahlt. Das viereckige Uhrengehäuse ist oberhalb des Zifferblatts auf jeder Seite mit einer goldfarben gestrichenen doppelten Kordel versehen. Seitlich der Zifferblätter sind herabhängende "Girlanden" montiert. Ebenfalls goldfarben lackiert. Diese goldenen Verzierungen bilden einen ausnehmend schönen Gegensatz zu der dunkelgrünen Farbe der Säule und des Uhrengehäuses. Ganz besonders, wenn die Sonnenstrahlen diese goldenen Verzierungen aufleuchten lassen.
Mir gefällt diese Normaluhr. Sie ist ein Relikt aus dem "alten" Düsseldorf. Sie ist ein Teil der Geschichte dieser Stadt. Wenn auch nur
ein Kleiner. Was den Gesamteindruck stört, das ist die neue Straßenlampe, die nahe bei der Schlanken Mathilde steht. Hypermodern und funktional, wird sie als Steele bezeichnet. Hier hätte eine elektrifizierte alte Gaslaterne wesentlich besser gepasst.
Früher soll die Schlanke Mathilde ein beliebter Treffpunkt für Paare und Verliebte gewesen sein. Ob es so war, das weiß ich nicht. Heute, im Zeitalter von WhatsApp, Parship usw. trifft das jedenfalls nicht mehr zu.
Ich habe hier noch nie Menschen auf andere Menschen warten sehen.
Die meisten von ihnen eilen achtlos an der Schlanken Mathilde vorbei. read more