Ein wahres Kleinod der sakralen Kunst steht in Schwertes Stadtkirche St. Viktor. Jetzt, in der Adventszeit, sind die beiden Seitenflügel aufgeklappt und lassen den Blick auf wunderbare Tafelbilder aus dem 16. Jahrhundert frei. Hier sind die Legenden um St. Viktor, den Schutzpatron der Xantener Domkirche und auch Schwertes Hallenkirche, die beide aus dem 10. - 11. Jahrhundert stammen. Man findet viel Militär auf den Bildern, die den aufmüpfigen Wehrdienstverweigerer Viktor und sein grausiges Ende darstellen. Pfarrer Held hat herausgefunden, dass der Altarschrein speziell für den St. Viktor-Chorraum (Anfang 17. Jh.) gefertigt wurde in der Lukasgilde des Adrian van Overbeck in Antwerpen. Er integrierte aus dem Vorgängeraltar die Alabasterfiguren von Jesus Christus mit den Aposteln als theologische Basis mit einer zusätzlichen Predella in den Altar aus Eichenholz, der dadurch den goldenen Altar in Dortmund noch an Höhe übertrifft.
Als Großfiguren stehen sich gegenüber Johannes der Täufer mit seiner Botschaft an die Soldaten: Tut niemandem Gewalt an, fügt niemandem Unrecht zu, lebt von eurem Sold und St. Viktor, der Kriegsdienstverweigerer; beide sind aus der Mitte heraus verrückt.
Die Bilderbotschaft des Malers sieht man vom Kirchenraum aus allerdings nicht, sondern ein herrliches Gesamtkunstwerk, das in Gold und Rot viel Wärme in die romanische Hallenkirche ausstrahlt. read more