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From Stephan's review
Aug 16, 2017
Wie überall im nationalsozialistischen Deutschland wurden auch in Leipzig am 9.11.1938 die Synagogen geschändet und in Brand gesteckt. So natürlich auch die Große Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße, die dann ein Jahr später komplett abgetragen wurde. Nach Kriegsende dauerte es einige Jahre bis man am Ort des Geschehens einen Gedenkstein aufstellte - erst 1966 geschah das. Der Stein besteht aus Sandstein und wurde vom Leipziger Bildhauer Hans-Joachim Förster geschaffen. Lange Zeit diente das ehemalige Grundstück der Synagoge als Parkplatz, meiner Meinung nach unwürdig für so einen Ort. Erst als die Stadt Leipzig im Jahr 1997 Eigentümerin des Grundstückes wurde konnte man über über eine angemessene Gedenken nachdenken. Ein Gestaltungswettbewerb wurde im Jahr 1999 ausgelobt, für den über 100 Entwürfe eingingen. Den Zuschlag bekamen Sebastian Helm und Anna Dilengite, obwohl sie nicht die Sieger des Wettbewerbs wurden. Aber ihr Entwurf war konsensfähig. So stehen jetzt auf der 12 mal 12m großen Fläche 140 bronzene Stühle. Um sie herum wurde eine niedrige Hecke gepflanzt, die den Umriss der ehemaligen Synagoge darstellen soll. Deshalb stehen die Stühle metaphorisch IN der Synagoge. Nach oben ist das Denkmal offen, nur der Himmel bildet die Grenze. Dies soll nach den Schöpfern des Mahnmals die Form der alten Synagoge "zur offenen Fläche komprimiert und durch eine gewachsene Struktur nachgezeichnet werden, in der es keine Räume mehr gibt". Den seitlichen Abschluss bildet eine Wand aus Sichtbeton, auf der in hebräisch, englisch und deutsch den Opfern des Holocaust gedacht wird. Der alte Gedenkstein von 1966 steht immer noch an seinem Ort, auch wenn er irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Denn die Worte, die darauf stehen, triefen nur so von Propaganda. Aber das war die Zeit des kalten Krieges und so klangen die Worte damals eben in diesem Teil Deutschlands. Nichtsdestotrotz vergebe ich dem Synagogenmahnmal 4 Sterne, denn die Erinnerung an das Grauen, das von Deutschen an Deutschen verübt wurde, darf nie verblassen. Und ich hoffe, dass niemals mehr Gotteshäuser - egal welchen Glaubens - angezündet werden. Nachsatz: offiziel heißt das Mahnmal "Gedenkstätte am Ort der Großen Gemeindesynagoge für die während der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzten, verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Leipzig". Aber ich bin der Meinung, für Yelp belasse ich es der Einfachheit halber kurz und knapp bei "Synagogenmahnmal". ;) read more

