Nachdem das Luftfahrtmuseum in Finowfurt ein ganz großer Satz mit X war, konnte es nur besser werden. Wurde es auch. Denn unser Weg führte uns weiter nach Eberswalde.
Im dortigen Stadtteil Finow war einst ein bedeutendes Messingwerk. Es wurde 1698 gegründet und war bis 1945 in Betrieb. Nachdem es zunächst privat betrieben worden war, war es ab 1786 staatlich betrieben, bis es 1863 privatisiert wurde. Der Firmenerwerber Gustav Hirsch war ein außergewöhnlicher Unternehmer- denn ihm war das Wohl seiner Mitarbeiter ein Anliegen.
Zur Versorgung des Messingwerks wurde 1917/18, nachdem der Erste Weltkrieg einen früheren Baubeginn verhindert hatte, ein Wasserturm errichtet. Sechs Tiefbrunnen versorgten das Werk und die zugehörige Siedlung mit Trink- und Betriebswasser. Vier Säulen erhoben sich insgesamt 48,6 Meter in die Höhe, ein eisernes Wasserbassin hatte 7 Meter Durchmesser und 5 Meter Höhe. Eine Wendeltreppe mit 260 Stufen führt zur Plattform in 44 Metern Höhe. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Ehrenhof zum Gedenken an Kriegstote eingerichtet.
Heute dient der Turm zum einen als Aussichtsplattform, zum anderen beherbergt er eine Ausstellung zum Messingwerk und den früheren Betreibern. Recht weit hoch kommt man heutzutage, wichtig für alle Faulen, Lahmen und Fußkranken, auch mit einem Aufzug- die letzten Meter bis zur Plattform muss man jedoch zu Fuß bewältigen. Die Aussicht mag sicher lohnenswert sein- wirklich rausgetraut habe ich mich aber nicht. Ist nämlich nicht sonderlich viel Platz draußen.
Dennoch habe ich den Besuch des Wasserturms Finow, der nicht nur von Außen, sondern auch von Innen sehr beeindruckend ist, nicht im Ansatz bereut. read more