Im guten Glauben, einen vertrauenswürdigen Maßschneider für Hemden gefunden zu haben, machte ich mich auf den Weg nach Hamburg und ließ bei Campe & Ohff Maß nehmen. Das anfängliche Vertrauen wurde später jedoch massiv enttäuscht und endete sogar in einem Gerichtsverfahren.
Das erste Hemd passte überhaupt nicht. Der Kragen war so eng, dass er ohne Anstrengungen nicht zu schließen war, abgesehen davon, dass ich so natürlich überhaupt keine Luft bekam. Auch sonst war es mir zu eng, die Bewegungsfreiheit für meine Bedürfnisse stark eingeschränkt.
Bis hierhin war jedoch noch alles in Ordnung - ich machte mich ein zweites Mal auf den Weg und Herr Ohff ließ sogar ein ganz neues Hemd anfertigen, das er sogar termingerecht abliefern konnte. Bedauerlicherweise war zwar bei diesem Hemd der Kragen in Ordnung, die Bewegungsfreiheit aber nach wie vor eingeschränkt, da es im Rücken- bzw. Schulterbereich gerade beim Sitzen teilweise extrem spannte (was wiederum dazu führte, dass es den Kragen unangenehm nach hinten zog), obwohl ich mehrfach darum gebeten habe, dass ich das nicht möchte. Doch Herr Ohff meinte, das liege am Stoff, wenn er auch anbot, sich das Hemd erneut anzusehen. Jedenfalls wandte ich mich an einen Maßschneider, der sich das Hemd ansah und bestätigen konnte, dass Hemd zwar nicht miserabel, aber keineswegs richtig geschnitten war. Ein Maßhemd sei dies im Übrigen auch nicht.
Nachdem ich nie in Hamburg bin, sondern ein drittes Mal extra nach Hamburg fahren müsste (72 € alleine an Zugfahrtkosten), was in keinem Kostenverhältnis mehr stehen würde, abgesehen davon, dass ich dann wieder einen Monat warten müsste, bat ich Herrn Ohff nur um eines: Er möge doch bitte zwei unverbrauchte Gutscheine, die ich kurz davor bei ihm gekauft hatte, in Höhe von 160 € (ohne Restrechnung) zurücknehmen. Ich wolle kein Geld für das nicht passende Geld zurück, ich wolle nur meine Gutscheine zurückgeben. Zum Hintergrund: Diese waren für zwei meiner Kollegen in Österreich, doch da Herr Ohff nur alle paar Monate in Österreich ist, wollte ich nicht noch einmal das Risiko eingehen, dass die zwei neuen Hemden für meine Kollegen auch wieder nicht passen. Dann wäre es wohl 2020, bis die Hemden (wirklich passend) fertig wären ...
Doch mit Herrn Ohff war nicht zu reden. Er ignorierte meine Bitte völlig, allenfalls könne ich mir etwas anderes aus dem Sortiment aussuchen. Geld gäbe es keines zurück. Auch meinen Hinweis, dass das einfach nicht mehr in Relation stünde, ich es überhaupt nicht abwertend oder böse meinte und ihm sogar das Hemd von einer Reinigung frisch gewaschen und gebügelt zurücksenden würde, ohne hierfür eine Erstattung zu verlangen, beeindruckte ihn nicht. Die Gutscheine seien nicht erstattbar.
Im Ergebnis habe ich also bei Campe & Ohff 302,00 € gelassen und 48 € an Zugfahrtkosten bezahlt, für ein Hemd, das nicht richtig passt und Gutscheine, die für mich nichts wert sind.
Nach alledem kann man sich nicht des Eindruckes erwehren, als ginge es diesem Maßschneider lediglich ums Geld. Das ist, gerade für diese Branche, sehr bedauerlich.
Letztlich habe ich meine Gutscheinbestellung nun förmlich widerrufen und ein gerichtliches Verfahren gegen Campe & Ohff angestrengt. Man wird sehen, was sich daraus ergibt. Klar ist jedoch, dass wir drei bei Campe & Ohff nach diesem irritierenden Geschäftsverhalten definitiv nichts mehr bestellen werden.
Positiv zu erwähnen ist gleichwohl die nette Verkäuferin, deren Namen ich leider nicht mehr weiß. Sowohl am Telefon auch als vor Ort war sie sehr nett. read more