Nun haben wir uns doch einmal durchgerungen im Chiliclub auch Abends etwas essen zu wollen, wohl wissend, dass es eher in den Bereich des Touristennepps fällt. Was in der Mittagspause schon nicht wirklich rund läuft, wird gen Abend nicht besser.
Am Mittag bekommt man laue in Sauce ertränkte Speisen, die einen Euroasiatischen Chic an den Tag legen sollen, der evtl. noch Klaus und Brigitte aus Herne Süd beeindrucken kann.
Eine dicke PA-Lautsprecherbox steht wenig einladend in der Tür und fungiert als Türstopper. Dahinter steht ein sich zersetzender Wäschekorb aus dem benutzte Lappen den Besucher in die richtige Stimmung versetzen.
Der Kellner war bemüht, wenn gleich auch maßlos überfordert.
Was am Tag einen derart gleichgültigen Eindruck erweckt, sollte einem vernünftigen Menschen zu denken geben, ich jedoch war naiv, mit ein paar Freundinnen in der Gegend und von einfältiger Spontanität.
Der erste Eindruck ist leider doch meist der Richtige und so lässt sich dort nicht das Offensichtliche kaschieren. Man versucht hier auf Krampf den ohnehin inflationären Ausdruck Lounge weiterhin zu dehnen, bis er Schwangerschaftsstreifen bekommt. Das Resultat ist eine Einrichtung, die für Mazda MX5 oder HondaS 2000 Fahrer, in Ihrer Illusion eines Porsches ausreichen mag, doch wenn man ernsthaft gut essen möchte, bittere Ernüchterung findet. Die Kellner, besonders der rundliche mit köterfarbenem Haar ist eine an Dreistigkeit nicht zu überbietende Katastrophe und die Speisen waren mir vor meiner Begleitung- da es mein Vorschlag war nur noch peinlich.
Für einen Klassenausflug in die Hafencity, bei gutem Wetter, mag es noch Spass machen, doch für Erwachsene, die nicht mehr mit 40 in G-Star Jeans samt Brilli im Ohr herumhoppeln, ist dieses Konzept eine Zumutung. read more