Wieder einmal wollten wir essen gehen und ich muss sagen...leider wieder einmal in den Kastanienhof in Schildow. Leider mag unsere Oma das Restaurant, so dass wir ihr zuliebe dort hingehen.
Und immer wieder wird man enttäuscht. Im Innenraum ist es ziemlich dunkel und das Interieur hat seine besten Tage sicherlich schon hinter sich...im der ehemaligen DDR war dieses Ambiente ein schönerer Anblick, es sollte dringend darin etwas gemacht werden.
Im Folgenden schildere ich zwei Besuche im Kastanienhof, an dem ihr einen Eindruck bekommt, wie ihr euch einen Besuch im kastanienhof vorstellen könnt.
Der erste Besuch war gegen Ostern 2010. Jeder von uns hatte sich auf der zu vielfältigen Speisekarte (weniger ist manchmal mehr...in dem Fall viel mehr) zu einem Gericht durchgerungen. Ich entschloss mich (da ich schon vorher schlechte Erfahrungen dort gemacht habe) zu einer Portion Spaghetti mit Tomaten un Zwiebeln. Da kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen. FALSCH GEDACHT: Die Spaghetti waren verkocht, es glich einem Brei, die Tomaten und die Zwiebeln haben während des Garprozesses mindestens einen Liter Öl gesehen, wobei das alles auch noch sehr tranig geschmeckt hat. Nach dem zweiten Löffel habe ich mein Essen stehen gelassen und es zurück gegeben. Bei der Nachfrage der verduzten Kellnerin (macht öfter einen sehr unfreundlichen Eindruck und wirkt wenig kompetent), ob ich satt sei, meinte ich, dass das Essen ungenießbar sei. Mit einem knappen "Ach so" nahm sie den Teller und verschwand. Kein Angebot eines Ersatzes oder ähnlichem. Der Preis musste dennoch voll bezahlt werden für diese Pampe.
Der zweite Besuch (man will ja schließlich jedem eine Chance geben) war ein paar Wochen später.
Nach dem Desaster mit den Spaghetti mied ich den Blick auf Pasta-Rezepte.
Also zu einem klassischen regionalen Rezept. Berliner Leber.
Da ich dazu keine Salzkartoffeln mag, sondern Bratkartoffeln, fragte ich die Servicekraft höflich, ob es dazu auch Bratkartoffeln geben könnte. Dies verneinte sie mir, da es erst am Abend Bratkartoffeln gibt. Eine Begründung warum dies so sei, konnte sie (oder wollte sie vielleicht aus Scham) nicht geben.
Also wohl oder übel die Leber bestellt.
Was ich bekam: eine zäh gebratene Schweineleber ungesalzen (die hätte man auch als Sohlenersatz nehmen können), zerkochte Kartoffeln (versalzen), keine Sauce, gemischtes Gemüse aus der Dose. Den Preis würde ich von den Zutaten und den ganzen Nebenkosten (Strom, Miete, Personalkosten etc.) auf ca. 3EUR schätzen. Gezahlt werden mussten knapp 9 EUR. Also 300% Aufschlag. Das finde ich eine Frechheit. Ich wäre am liebsten in die Küche gegangen und hätte der Person in der Küche gern gezeigt, wie man so etwas schmackhaft zubereiten kann (selbt, wenn man auf Konservenfraß steht.)
Sicher, dem einen oder anderen mag es dort schmecken, doch dies sind dann wohl Menschen, die auf keinen kulinarischen Höhepunkt setzen und/oder deren Geschmacksnerven eh schon abgestorben sind. Sei es Bier ohne Kohlensäure (Hab gehört CO2-Kartouche auswechseln soll helfen...), keine kühlen Getränke, durchsichtiger Espresso -- wer gut gemachten Espresso kennt, wird hier mit den Augen rollen, Sauce Hollandaise aus der Tüte, kein Gespür für Brattechniken (medium oder well done sind unbekannte Begriffe)....wer den Kastanienhof besucht, der muss ohne Ansprüche dort hin gehen.
Kleine Anekdote zum Abschluss: Im Inneren hängt eine Auszeichnung (ich glaube sie ist mehr als 10 Jahre alt) für einen guten Betrieb für Wanderer u.s.w. Hmmm....ein Schelm, der dabei böses denkt....
Den einen Stern gibt es von mir, weil aus dem Betrieb man sicher etwas machen könnte, da er gut erreichbar ist. Doch dies geht nur mit einem Sinn für gute Gastronomie.
Mein Vorschlag daher: Rach, Zacherl und Co. Bitte übernehmen Sie! read more