Hackbarth's Restaurant in Oberhausen Viel gewollt, aber wenig gekonnt
Das Hackbarth's, dass sich laut eigenen Aussagen zu den Top 500-Restaurants in Deutschland zählt und sich mit Besuchen einiger Prominenter geschickt in der Presse platziert, machte uns ebenfalls neugierig. Das Restaurant ist gut über die Autobahn zu erreichen und verfügt über ausreichend Parkplätze vor dem Haus.
Beim Betreten des Restaurants fällt nicht nur die Einrichtung auf, die eher an ein mittelprächtiges Bistro erinnert als an ein gehobenes Speiselokal, sondern auch die fehlende Tischwäsche. Wenig einladend wirkte auch die Kellnerin, die am langen Tresen lümmelte und unseren Hinweis auf eine Tischreservierung nur widerwillig zur Kenntnis nahm.
Obwohl im Inneren des Restaurants nur vier Tische belegt waren, geleitete uns die Kellnerin an einen wenig einladenden Tisch in der Mitte des Lokals. Dieser bestand aus zwei kleinen, zusammengeschobenen Tischen (je ca. 8080 cm), wovon einer heftig wackelte. Als wir die Kellnerin auf diesen Umstand hinwiesen wurden wir nicht an einen anderen Tisch gebeten, sondern dieser notdürftig mit Unterschieben einiger Bierdeckel repariert.
Die Speisekarte, sofern man davon überhaupt sprechen kann, besteht in Hackbarth's aus einem DIN A 4 Blatt ohne Hülle, was dazu führt, dass das Blatt fleckig und abgegriffen ist. Als Gast möchte man so etwas eigentlich nicht in die Finger nehmen und man fragt sich unweigerlich: Wenn die Karte in solch einem Zustand ist, wie mag es dann in der Küche aussehen? Leider nutzt man beim Bedrucken der Karte im Hackbarth's und dies soll wohl ein besonderes Stilmittel darstellen eine typographisch sehr unvorteilhafte Schrift, das heißt, alles ist komplett in Großbuchstaben geschrieben, was allein das Lesen äußerst schwierig macht. Auch wird mit dem Zeilenabstand und Leerzeilen zwischen den einzelnen Gerichten sehr sparsam umgegangen, so dass sich das Ganze zu einer Art Ratespiel entwickelt wo endet ein Gericht bzw. fängt ein neues an?
Die Kellnerin war hier wenig hilfreich, nicht nur, dass das Blatt Papier auf den Tisch in unsere Richtung geworfen wurde, auch warteten wir vergeblich auf die Empfehlung des Tages oder etwa andere, besondere Hinweise zum Essen.
Die Speisekarte besticht durch ein buntes Potpourri überwiegend deftiger, panierter Speisen und in Öl geschwenkter Beilagen. Eine klare Handschrift des Küchenchefs ist nicht zu erkennen.
Obwohl sich im Restaurant kaum Gäste befanden, jedoch mind. 5 Servicekräfte an diesem Abend arbeiteten, blieben wir, auch nachdem wir die Speisezettel abgelegt hatten, allein. Der Service ignorierte unseren Tisch vollkommen.
Nachdem man sich im Hackbarth's bei der Formulierung der Speisekarte gerne so blumiger Begrifflichkeiten wie Pfifferlinge à la Crème oder Wiener Schnitzel von der Rotzunge, Kartoffelsalat à la Harry's Bar um hier nur einige zu nennen bedient, hatten wir bei der Bestellung, nachdem der Service endlich und nach mehrmaligem Winken reagierte, doch noch einige Fragen.
Leider muss an diesem Abend wohl nur Aushilfspersonal zugegen gewesen sein, wie ist sonst zu erklären, dass der Service nicht eine einzige unserer Fragen beantworten konnte? Auf die Frage, um welche Crème es sich den bei den Pfifferlingen handelt, wurde uns in wenig freundlichem Ton entgegnet halt eben eine Crème. Bei solchen Antworten erübrigen sich alle weiteren Fragen.
Wir bestellten daraufhin als Vorspeisen Pfifferlinge à la Crème und Wiener Kalbs-Tafelspitz in Kürbiskern-Vinaigrette sowie als Hauptgerichte Wagyu-Roastbeef auf Oma's Bratkartoffeln sowie Schmorbraten auf Gemüse mit Semmelknödel.
Auf eine passende Weinempfehlung zum Essen verzichtete die Kellnerin. Auch ein Vorschlag zum Aperitif fehlte. So fragten wir nach einem Glas Sekt und einer alkoholfreien Alternative.
Serviert wurde dann ein nicht ganz gekühlter Sekt in mittlerer Markenqualität und eine Saftkreation, bestehend aus (vermutlich) Maracuja-Orange in Discountqualität, dies in einem unpassenden Glas, dekoriert mit einem abgeschnittenen Strohhalm.
Der in der gehobenen Gastronomie übliche Gruß aus der Küche fehlt im Hackbarth's. Was kam wieder ohne jegliche Erklärung waren je zwei kleine Scheiben Weißbrot und Vollkornbrot in einem mit Plastik ausgelegten Körbchen, dazu ein Schälchen Kräuterquark und Kräutersalz. Das Brot mag wohl einmal frisch und knusprig gewesen sein, dies aber schon vor längerem. Auch der kaum angemachte Quark konnte nicht darüber hinwegtäuschen.
Das zum Hauptgang servierte Glas Grau-Burgunder war richtig temperiert und von guter Qualität, ganz anders der auf der Karte besonders hervorgehobene Spätburgunder. Dieser war ungenießbar, im Geschmack brackig-faul mit deutlich zu viel Süße. Das Glas blieb, nach dem ersten Schluck, unberührt stehen, fiel dem Service aber nicht auf, da man sich nicht die Mühe machte nachzufragen, ob alles in Ordnung sei, man noch einen Wunsch hätte oder Ähnliches. So hielten wir uns an das Tafelwasser, das wir selbst aus der Flasche read more