Eine traurige Geschichte;
Ich war mal wieder in Köln unterwegs. Eines Abends, es gab was zu feiern. Fünf junge Männer in den allerbesten Jahren. Gut gelaunt, gut gekleidet, Geld in der Tasche. Mal wieder gemeinsam losgezogen. Was essen, was trinken. Danach feiern gehen.
Wir haben beschlossen den Abend mit nem Burger zu starten.
Bin mal mit dem Rad an nem Laden vorbei gefahren. Sah gut aus. War neu. Hübsche Mädels, das Essen sah sehr schön angerichtet aus.
Herr Pimock hieß der Laden.
Mein Vorschlag war, den Abend auch dort zu beginnen.
Hinein. Natürlich ohne reservierung. ;-)
Auf die freundlich Nachfrage, ob für uns noch in absehbarer Zeit nen Platz frei werde, wurde uns ne halbe Stunde Wartezeit versprochen. Gut, nahmen wir in Kauf. Die Theke sieht ja recht einladend aus.
Als nach 45 Minuten noch nichts ging, mal freundlich nachgehaktNee, nix zu machen, nen Moment bitte noch!. So weit, so freundlich, so gut.
Als dann nach 70 Minuten ein Tisch für sechs Leute frei wurde und von der (noch netten jungen Dame mit Pferdeschwanz und Karohemd) an ein Pärchen vergeben wurdedie erst vor wenigen Sekunden den Laden betratennochmal nachgehakt und den Platz bekommen. Allerdings haben wir nicht bei der Kellnerin darum gebeten, sondern bei den anderen Gästenfühlt sich toll an. Wirklich.
Naja, kann ja mal passieren.
Dann wurds etwas trocken, staubigsoll heißen; ab dem Moment in dem wir Platz genommen haben, war das Bier scheinbar versiegt. Nun gut, dafür gab es bei jeder Bestellung nen genervten Blick.
Und ich Hirni dachte mal gehört zu haben, dass in der Gastronomie der meiste Gewinn im Getränkeausschank steckt. Naja, vielleicht hab ich mich geirrt.
Die Bestellung lief mit fünf mal nem Burger schnell und unkompliziert ab, ging schnell durch und war auch in annehmbarer Zeit serviert.
Der Burger war klasse. Saftig, schön drappiert, gut abgeschmeckte Sauce, ein kreativer Salat als Beilage. Sehr Nice! Die Pommes waren Okay. Nicht die Liga eines klassischen Burgerladens (Schilling, Kuh, etc.) aber es ist auch ein anderes Konzept, der Preis ist niedrigerJedenfalls wirklich annehmbar.
Dann kam auch noch der Chef und und hat sich zu uns gesetzt und nen netten Smalltalk gestartetwas dann geschah war wirklich ungeschickt; nun gut, was ich euch wirklich fragen wollte war eigentlich wie lange ihr noch bleiben wollt, denn hier würde ich noch vier andere Gäste unterkriegen an eurem TischHui, das ist höflich gesagt, eine Taktlosigkeit. Anders ausgedrückt wohl eher eine unverschämtheit.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass wir explizit nicht zur Kategorie lauter, pöbelnder und anders negativ auffallender Gäste gehören!
Um weiteres Bier musste man käpfen und wir haben uns schon fast geschämt. Für etwas was nicht wirklich nachvollziehbar war, aber die Kellnerin schaute uns an, als ob wir von nem anderen Stern waren.
Der Kracher kam beim Bezahlen, als wir unsere Rechnung (weil wir alles das gleiche bestellt haben) durch fünf teilen wollten. Sorry, Jungs habt ihr nen Taschenrechner mit? Ich nicht.
Nun gut, in der Schule gut aufgepasst war es uns ein leichtes die Sache für sie im Kopf zu übernehmen.
Trinkgeld gabs natürlich nur mäßigaber was erwartet man bitte. Finde zehn Prozent bei diesem Erlebnis sogar noch viel. Aber man will ja immer höflich bleiben.
Jeder hat ne zweite Chance verdient, also gestern nochmal nen Versuch gewagt.
Nach zwei Kölsch bin ich aber weitergezogen25 Minuten Wartezeit sind für mich keine Option, wenn ich dabei auf unbequemen Stühlen draußen sitze. Teilweise wurde das Flasche serviert.und das obwohl nur draußen die Plätze besetzt waren und keine Überlastung beim Personal geherrscht haben kann.
Overall;
mir gefällt der Laden optisch ganz gut. Viel Liebe ins Detail gesteckt, relativ schönes ambiente. Die Küche kann sich sehen lassenimmer mal auf die Nachbartische geguckt; sieht wirklich gut aus. Der Burger ist wirklich gut. .aber und jetzt kommt die traurige Pointe dieser Geschichte:
Wenn das Personal und sogar der Chef so unfreundlich, so langsam, so gar nicht auf Zack sind, dann wird dieser Laden untergehen.
Schade für die Angestellten in der Kücheaber die werden schnell woanders nen Job finden. Schlicht weil sie gut sind.
Chef und Kellner brauchen nen ordentliches Coaching über gute Bewirtung.
Alles andere führt selbst in dieser Lage zu nem schnellen Ende.
Schade. Ah, pardon; traurig! read more