Echt enttäuschend. Ich kenne den Laden noch aus den Achzigern. Damals stand er für Toleranz, Offenheit, war Treffpunkt für Linke, Intellektuelle, Kommunisten und andere Alternative. Natürlich ändern sich die Zeiten, aber dass sich etwas so sehr ändert
Ich habe den Fehler gemacht, das Jos Fritz letzten Sommer mehrmals zu besuchen. Am schlimmsten war es, als ich mit einem hörbehinderten Freund da war. Wir wollten etwas essen und Schild mit dem Tagesmenü an der Straße lockte uns herein. Wir gingen erst mal von hinten durch den Biergarten, um vor der Tür ein Bier zu bestellen (Selbstbedienung). Den Preis habe ich schon verdrängt, er lag auf jeden Fall deutlich über dem sonst in solchen Kneipen üblichen studentischen Preisniveau. Danach gingen wir rein, um an der Theke unser Essen von der Tageskarte zu bestellen. Erstes Gericht: Ist aus.. Zweites Gericht: Gibt's auch nicht mehr.. (Der Laden ist sonst so spießig, da sollte man eigentlich erwarten, dass die Gerichte, die's nicht mehr gibt, von der Tafel gestrichen werden, oder?) Es gibt ja noch eine Tafel hinter der Theke, da standen zwei andere Gerichte drauf. Ist alles aus.. Es war ja auch schon halb zwei oder so. Mit anderen Worten: Es gab nichts zu essen. Unser teueres Bier hatte wir aber schon bestellt, also mussten wir noch da bleiben. Im Biergarten haben wir gequatscht natürlich lauter als normal, da mein Freund wie gesagt hörbehindert ist und übrigens Hörgeräte hat, die man kaum übersehen kann. Es gab noch nie ein Problem deswegen, egal in welche Kneipe wir gegangen sind. Wir setzen uns halt soweit abseits wie's geht, dann klappt das schon. Aber gerade hier im Jos Fritz führte das dann zu entrüstetem Kopfschütteln. Wie kann es nur jemand wagen, laut zu sprechen! Na super! Ausgerechnet das Jos Fritz sollte sich als Kneipe mit dem intolerantesten Publikum herausstellen? Das hatte ich nicht erwartet. (Behinderte sollen sowieso nicht in die Öffentlichkeit, oder was?) Beschwert hatte sich dann direkt bei uns eine Studentin, die Ruhe zum Büffeln haben wollte. Okay, von jemanden, der um in Ruhe zu lernen in eine Kneipe geht, kann man wohl eh nicht viel erwarten Besagte Studentin und ihr Gegenüber haben dann übrigens angefangen zu qualmen und uns und sicher auch andere damit zu belästigen. Doppelmoral ist doch was tolles
Wir haben unser Bier recht schnell leergetrunken und sind dann in eine Kneipe gegangen, in der wir sprechen konnten und es auch das Essen gab, das auf der Tageskarte angeboten wurde. read more