Allgemein
Im Herzen von Speyer, nur wenige Minuten vom Dom entfernt zweigt die parallel verlaufende Korngasse von der zentralen Maximilianstraße ab. Vom Dom her kommend fällt sofort die "Alte Münz" auf, die in ihrem alten Bestand ein spätbarockes Wohnhaus war. Der zweigeschoßige massive Bau zeigt im oberen Bereich ein elegantes Zierfachwerk und als einen dritten Etagenbereich ein charakteristisch hohes Walmdach. In den 80-iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Gebäude grundsaniert und eine Pfälzer Weinstube darin eingerichtet, die im Laufe der Jahre immer mehr zum heutigen Restaurant mutierte. Die Weinberankung gibt dem Haus ein aufgelockert freundliches Outfit, die Bestuhlung des Außenbereiches mit Holz und vornehmen Sonnenschirmen runden das ganze Erscheinungsbild elegant und einladend ab.
Bedienung
Die Bedienungen agierten umsichtig, unsere Servicekraft war ausgesprochen freundlich und aufmerksam. Man hatte uns einen Tisch reserviert, zu dem wir hingeführt wurden. Wir bekamen genügend Zeit die Angebote des Hauses zur Kenntnis zu nehmen. Die Bestellungsannahme wie das Servieren von Getränken und Speisen wurde vornehm routiniert erledigt und obwohl die Tische zimmerähnlich verteilt waren, spürten wir auf angenehme Weise, dass unser Tisch stets umsorgt blieb. Jeder weitere Wunsch konnte umgehend vorgetragen werden und wurde ebenso direkt erledigt. Besser geht es nicht!
Das Essen
Die Speisekarte bieten für mittags täglich wechselnde Tagesgerichte für 7,50€ und benennt die Tage des ganzen Monats, wodurch eine große Abwechsungspalette sichtbar wird.
Ansonsten finden sich interessante und abwechslungsreiche Speisen. Dabei fallen interessante Variationen auf wie z.B. Ziegenkäsetaler mit Reis-Zucchinifrikadellen garniert mit Rucola auf Senf-Honigsoße bei den Vorspeisen oder bei den Fischgerichten das gegrillte Zanderfielt in Tomatensauce mit Oliven-Zucchini-Auberginen auf Petersilienkartoffeln wie das norwegische Lachsfilet im Pfeffermantel auf Käsetortellini mit Lauch-Pestosauce und Rucola-Tomatengarnierung. Drei sog. 'ungarischen Köstlichkeiten', die auch mit ungarischer Titulierung versehen sind, zeigen unverkennbar, dass die Küche in ungarischer Hand ist.
Wir wählten die 'Vorspeisenvariation'- gegrillter Schafskäse mit frischen Kräutern auf Wok-Gemüse mit Chilisoße, dazu Datteln im Bacon - die ausgesprochen köstlich schmeckte, das Gemüse zart und doch bissfest, der Käse punktgenau gegrillt und die Datteln im Bacon eine geschmacklich wunderbar abrundende Ergänzung.
Für den Hauptgang entschieden wir uns für das "Barbarie-Entenbrustfilet, knusprig vom Grill, serviert mit Pinienreis und Teigkrapfen auf Cumberlandsauce". Das Fleisch war wunderbar zart, leicht blutig und rösch gebraten, der Pinienreis noch bissfest und trotzdem weich im Geschmack und interessant abgeschmeckt. Die Teigkrapfen waren butterzart und absolut frisch zubereitet und in idealer Öltemperatur frittiert, so dass das Öl auch nicht im Hintergrund sich negativ auf der Zunge zu Wort meldete.
Die Weine u.a. von so bekannten Weingütern wie von Karl Pfaffmann hatten die erwartete Güte.
War der Sliwovitz in früheren Zeiten ein Nationalgetränk der Jugoslawen und anderswo weniger bis gar nicht zu finden, so gehört er heute auch in Ungarn zu den beliebten Digestifs. Auch wenn er - traditionsgemäß - im unteren Alkoholprozentebereich angesiedelt ist, hat er eine sehr gute Wirkung auf den Magen, auch er hat uns sehr gemundet.
Das Essen war insgesamt in all seinen Bestandteilen ein ausgesprochener Genuss, diese Küche ist ohne Einschränkung empfehlenswert!
Das Ambiente
Das vornehm einladende Flair im Außenbereich wird im Innenbereich in adäquater Weise fortgesetzt. Geschmackvoll und im Wechsel sind die Wände einmal komplett mit dunklem Holz verkleidet, dann die Innenbereiche dunkler Fachwerkbalken weiß getünscht, wieder andere Wände sind mit warmer rötlich-brauner, dann mit warmem Weiß gestrichen. Die hellen cremefarben gepolsterten umlaufenden Sitzbänke und die dunklen Stühle korrespondieren geschmackvoll mit den hellen Tischplatten, die mit quadratisch weißen Tischdecken eingedeckt sind. Die Servietten (leider nur aus Papier!) sind raumweise in der jeweiligen Farbe der Tischrose, einmal in Pink, dann wieder in Creme. Alles harmoniert bemerkenswert gut miteinander und ergibt so ein stimmiges Ganzes. Da die beiden Stockwerke offene, aber dennoch zimmerähnliche Sitzbereiche haben, entsteht an jedem Platz eine gemütliche kleinräumige Atmosphäre, die durch die sinnvoll ausgewählten Gestaltungsdetails wie durch deren detailverliebten Anordnung ein selten zu findendes ungemein stimmiges Ganzes ergeben.
Sauberkeit
Ungewöhnlich aber in diesem alten Gemäuer wohl nicht anders gestaltbar, muss man für den Toilettenbesuch ins dritte Geschoß unter das Dach, wo sich auch die Küche befindet. Toiletten, Zwischengeschoß und auch der Blick in die Küche ließ nichts wahrnehmen, was nicht einen penibel sauberen und gepflegten Eindruck machte. Dass d... read more