Wie man schon in einigen Kritiken gelesen hat, ist das Pantanal ein typisches brasilianisches Rodizio Restaurant (für Brasilienkenner: Churrascaria). Dabei wird für einen Festpreis von derzeit 26,50 Euro ein Vorspeisenbuffet, diverse Fleischsorten und Beilagen als Hauptspeise und Nachspeisen angeboten. Verschiedenste Fleischsorten werden dabei von den Kellnern auf einem Spieß direkt an den Tisch gebracht und man kann nach Lust und Laune zugreifen. Als Unterhaltung war bei unserem Besuch Gitarrenspieler anwesend, die gute Stimmung verbreiteten. Soweit die Theorie
Eigentlich bin ich ein großer Rodizio Fan und war schon etliche Male in Brasilien und auch in Deutschland bei einem Rodizio. Nachdem ich das Pantanal in der Vergangenheit schon des Öfteren schon besucht wurde, war ich das letzte Mal bereits vom Service und der Qualität des Essens enttäuscht. Oft denkt man sich ja, dass man ausnahmsweise einen schlechten Tag erwischt hat. Was uns aber gestern an Service, Quantität und Qualität geboten war, war mehr als Entäuschend. Wir haben neben einer kleinen Vorspeise hauptsächlich nur Beilagen gegessen, da nur sehr selten Fleisch serviert wurde. Wenn dann mal die typischen Spieße serviert wurden, war die Qualität des Fleisches und des Service unzureichend und kurz gesagt einfach eine Abzocke. Zu Zweit haben wir dafür auch noch mehr als 60 Euro bezahlt. Nun aber zu den Details:
Trotz Reservierung und obwohl das Restaurant nur zu ca. der Hälfte voll war, wurden wir an einen Tisch direkt neben der Eingangstür gesetzt. Nach kurzer Entäuschung haben uns aber die wirklich guten Gitarrenspieler wieder aufgemuntert. Die Qualität des Vorspeisenbuffets entspricht ist in etwa Kantinenniveau und ist nicht gerade brasilianisch geprägt. Es gab neben normalen Salat u.a. auch Eiersalat mit Mayo (oder besser gesagt Mayo mit Eiern), kalte überbackene Champignions oder auch fein geschnittenen rohen Lachs. Der Lachs war allerdings weder gekühlt noch irgendwie abgedeckt und hatte somit Raumtemperatur von ca. 23 Grad. Somit wanderte dieser nach kürzester Zeit wieder aus dem Mund zurück auf das Teller.
Nun zur Hauptmahlzeit: Während die Beilagen wie Reis, Kartoffeln, Brokolie und Pommes regelmäßig angeboten wurden, war dies leider bei den für ein Rodizio typischen Fleischspieße nicht der Fall. Es wurden entweder Würstchen, Hähnchenfllügel oder Pute serviert. Für Brasilien typisches Rindfleisch wurde nur sehr selten (in zwei Stunden nur drei Mal) angeboten. Auch wurde dabei nur Steak serviert und keine verschiedenen Fleischsorten wie Entrecot, Tafelspitz, Lamm etc. wie man das eigentlich vom Rodizio kennt. Das Fleisch war dabei teilweise noch komplett roh, was sogar mir, als leidenschaftlicher 'Medium Rare' Esser, zuwider war. Nach der Bitte uns das Fleisch doch etwas 'mehr durch' zu servieren wurde zuerst mit einer halben Stunde Abwesenheit reagiert. Folgend wurde uns trotz Hinweis nochmals teilweise komplett rohes (!) Fleisch auf den Teller geschnitten, wobei sich das Blut des Fleisches sich über dem Teller verteilt hat. Darauf ist uns trotz immer noch großen Hungers der Appetit komplett vergangen und wir haben uns zu einer Beschwerde und zum Verlassen des Restaurants entschlossen. Leider wurde auf die Beschwerde ausser mit einem 'Hmmm Ok' überhaupt nicht reagiert und folgend nur wortlos die Rechnung gebracht.
Wirklich Schade Das Pantanal war in der Vergangenheit einer meiner Lieblingsplätze, insbesonderen wenn man Köln-Besucher etwas Besonders bieten wollte. Aber trotz einer Preiserhöhung von 20 % in den letzten Jahren, hat die Qualität des Essens und vor allem auch des Services ein unerträgliches Niveau erreicht. Man kann nur hoffen, das sich das Pantanal nach guten Jahren in der Vergangenheit sich wieder mehr auf die Gäste als auf die Gewinnmaximierung konzentriert. read more