Auf dem Weg zur Burg, befindet sich rechterhand im Alten Rathaus, dem legendären Bratwursthäus'l gegenüber, dieses Restaurant. Die alten Gemäuer sind mit eher zeitlosem Möbel ausgestaltet, das in seiner geradezu puristischen Art und mit seiner dunklen Farbe offenbar das Alte - leider nicht unbedingt gelungen - betonen möchte. Gekreuzte Speere an der Wand, auf alt getrimmt Teelichthalter und Besteckkrüge auf den Tischen - viel mehr gestalterische Elemente gibt es hier nicht. Alles wirkt derart funktional, dass es schon steril genannt werden kann. Unabhängig von wo man das Restaurant betritt, bestimmend ist die große Theke und die Zweiteilung des Raumes, der sich zur einen Seite hin ein wenig verwinkelt und daher etwas gemütlicher, zur anderen Seite hin wie eine weitläufige Halle zeigt, deren einziger Akzent die Fensternischen sind. Alles ist sehr eng bestuhlt, im größeren Raum gar geradlinig aufgereiht, bestenfalls für große Reisegruppen einladend, die hier eng beieinander Platz nehmen können.
Die Speisekarte kürt den Gast zum Spießgesellen und versucht auf durchaus gelungene Weise das Angebot interessant zu offerieren. So wird aus dem 'Suppenkessel' sowohl eine kleine als auch eine große Kelle angeboten, vornehmlich Brote und Salate sind "Für die kurze Rast oder vor dem Gelage", "ab 5 Häuptern" kann eine "Vorspeisen-Etagere mit allerlei fränkischen Schmankerln" geordert werden. Die "Spiessereien" gibt es in verschiedenen Größen von Fuß bis Elle: "Je größer der Hunger - desto länger der Spieß". Braten, Spanferkel und Schäufele werden ebenso angeboten, wie "Uriges aus Pfann und Tiegel". Brotzeitgerichte sind als "Marschrationen" deklariert, Gerichte für kleine und für süße Spießgesellen runden das Angebot ab.
Wir wollten nur ein kleines Brotzeitgericht und wählten die 'sauren Zipfel im fränkischen Essig-Wein Sud'. Am besten mundete uns das deftige Bauernbrot. Der Zipfelsud war lieblos zubereitet, ohne die üblichen Gewürze, Essig war darin, der Wein aber fehlte. Die Möhren waren hart und die Zwiebelringe abgezählt. Nun darf man gerechter Weise von diesem Gericht allein kein generelles Urteil über die Küche ablegen, doch gab uns zu denken, dass das Spanferkelgericht am Nachbartisch nicht den dortigen Vorstellungen entsprach und sehr nachhaltig kritisiert wurde.
Der Service war durchaus freundlich, aber eilte trotz weniger Gäste sehr geschäftig und wenig professionell umher.
Es war nur eine Brotzeit für die wir hier eingekehrt sind, doch die hat uns keineswegs verführt bei Gelegenheit anderes probieren zu wollen! read more